Echt Erzgebirge!
Der Blog rund um Volkskunst, Tradition und die typisch erzgebirgische Lebensart

Wir lieben das Erzgebirge – mit all seinen Schönheiten und Eigenarten. In unserem Blog plaudern wir ein wenig aus dem Räucherhäuschen und teilen unser Wissen rund um Volkskunst, Mundart und Brauchtum.

Typisch Erzgebirgisch: Die beliebtesten Motive der Erzgebirgischen Holzkunst (Teil 2)

Teelicht an Pyramide anzünden

Es weihnachtet sehr: Die erste Kerze brennt, die Schwibbögen strahlen hell und die Räuchermännchen pusten köstliche Düfte in die Luft. Wer noch nicht alle Dekorationen für eine besinnliche Adventszeit zusammen hat, findet die schönsten und beliebtesten Motive der Erzgebirgischen Holzkunst natürlich bei uns.

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Typisch Erzgebirgisch: Die beliebtesten Motive der Erzgebirgischen Holzkunst (Teil 2)

Teelicht an Pyramide anzünden
Teelicht an Pyramide anzünden

Hurra, der Advent ist da! Am vergangenen Sonntag konnte endlich die erste Kerze auf dem Adventskranz angezündet werden. Aus beinahe jedem Fenster strahlen nun die warmen Lichter von Schwibbogen und Weihnachtsstern in die Welt hinaus. Und wer genau hinsieht, der bemerkt schnell, dass sich einige Darstellungen besonders großer Beliebtheit erfreuen – darunter zum Beispiel das Schwarzenberger Motiv, biblische Szenen, Naturmomente und die weltbekannte Seiffener Kirche. Darüber hinaus finden sich aber noch einige weitere Motive außergewöhnlich häufig auf Schwibbogen, Pyramide und Co. wieder:

Das Traumpaar aus dem Erzgebirge: Engel und Bergmann

Holzfiguren Engel und Bergmann

Engel und Bergmann sind die wohl traditionellsten Figuren der Erzgebirgischen Volkskunst. Ihre Verbindung zueinander fußt auf dem emotionalen Verhältnis des Bergmanns zur Helligkeit. Das gefährliche und oft triste Arbeiten unter Tage weckt in ihm die Sehnsucht nach Licht – dem Symbol für Glaube, Glück und Leben. In der Figur des Engels finden diese drei Attribute zusammen. Schon bald nach Beginn der Fertigung von Lichterbergmännern im 19. Jahrhundert folgten deshalb Engelsfiguren, die man ihnen zur Seite stellte.

Auch heute noch beleuchten Engel und Bergmann das Erzgebirge mit den von ihnen gehaltenen Lichtern. Vielerorts ist es Brauch, Engels- oder Bergmannsfiguren als Geburtsgeschenk zu überreichen, damit sie das Kind ein Leben lang mit ihrem Licht begleiten. In der Weihnachtszeit werden diese Engel und Bergmänner dann in das Fenster gestellt – so kann man von außen ablesen, wie viele Mädchen und Jungen zur Familie gehören.

Engel und Bergmann als Holzfiguren »

Die Heimat im Fenster: Städtische Motive

Ob Schwarzenberger Schloss oder Grünhainer Spiegelwaldturm – mit ihrer Heimatstadt und den dazugehörigen Bauwerken sind die Erzgebirger:innen tief verwurzelt. In der Weihnachtszeit zeigt sich diese Verbundenheit besonders deutlich – zum Beispiel als Motiv auf dem Schwibbogen. Viele erzgebirgische und sächsische Städte verfügen über eigene Schwibbögen, die das Stadtpanorama oder wichtige Bauwerke abbilden.

Für alle, die nicht mehr im Erzgebirge wohnen, aber z. B. ihre Kindheit dort verbracht haben, sind Schwibbögen mit Stadtmotiven zudem eine zauberhafte Möglichkeit, sich ein Stück Heimat in das neue Zuhause zu holen.

Schwibbogen mit Stadtmotiv: Panorama von Chemnitz »

Ein Licht erhellt die Welt: Sterne im erzgebirgischen Kunsthandwerk

Herrnhuter Stern gelb

Sie erleuchten den Himmel und strahlen wie kleine Diamanten – Sterne sind Symbole des Lichts, der Spiritualität und Hoffnung. Mit diesen Eigenschaften fügt sich der Stern perfekt in den weihnachtlichen Gedanken ein.

Bereits seit Jahrtausenden dient der Sternenhimmel Seeleuten als Navigationshilfe. In der Geschichte der Geburt Christi ist es der Stern von Bethlehem, durch den die heiligen drei Könige zu ihrem Heiland geführt werden. Und auch heute noch soll ein Stern im Fenster den Betrachtenden sagen: „Hier gibt es Licht und Freude“.

Der Weltstar unter den Adventssternen ist zweifelsohne der Herrnhuter Stern. Zwar wird er nicht im Erzgebirge, sondern in der Nähe von Görlitz hergestellt, nichtsdestotrotz findet man ihn aber auch von Aue bis Zschopau in zahlreichen Fenstern. Sogar die Dresdner Frauenkirche wird in der Vorweihnachtszeit mit einem riesigen Herrnhuter Stern geschmückt – in unserem Online-Shop finden Sie ihn in weitaus kompakteren Formaten.

Herrnhuter Sterne für den Innen- und Außenbereich »

Wenn’s draußen wieder schneit: Wintersport-Szenen aus dem Erzgebirge

Auf dem Fichtelberg liegt kein Schnee? Dann liegt er auch nirgendwo sonst! Das in der kalten Jahreszeit zumeist verschneite Erzgebirge ist zurecht ein echter Hotspot für verschiedenste Wintersportarten. Ob Langlauf, Abfahrt, Skispringen oder Biathlon – viele weltweit erfolgreiche Sportler:innen stammen aus Oberwiesenthal, Klingental und Co. Kaum verwunderlich also, dass ihre Fangemeinde und das Interesse an winterlich-sportlicher Betätigung im Erzgebirge groß sind.

Schon die kleinsten sind hier mit Schlitten, Ski und Schlittschuhen unterwegs, um die unberührte Winterlandschaft in eine lustige Piste zu verwandeln. Entsprechend häufig findet sich das Wintersport-Thema auch in der Erzgebirgischen Volkskunst wieder – zum Beispiel in Schwibbögen oder als Räucherfigur.

Erzgebirgische Holzkunst für jeden Geschmack

Traditionelle Szene oder fröhlich-bunter Winterspaß? Bei uns findet jeder den passenden Schwibbogen! Natürlich gehören auch Räuchermännchen in klassischen und modernen Designs zu unserem Sortiment. Mit der richtigen Beleuchtung und dem einen oder anderen nebelnden Gesellen steht einer gemütlichen Adventszeit nichts mehr im Weg.

Echt Erzgebirgische Weihnachtsdekorationen »

Typisch Erzgebirgisch: Die beliebtesten Motive der Erzgebirgischen Holzkunst (Teil 1)

Holzfiguren Szene Christi Geburt

Hurra, es ist soweit! Ab dem 23. November dürfen die Räuchermännchen geweckt und das Zuhause weihnachtlich dekoriert werden. Für uns der perfekte Anlass, um die beliebtesten Motive der Erzgebirgischen Volkskunst vorzustellen.

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Typisch Erzgebirgisch: Die beliebtesten Motive der Erzgebirgischen Holzkunst (Teil 1)

Holzfiguren Szene Christi Geburt
Holzfiguren Szene Christi Geburt

Endlich ist es wieder soweit! Schon in wenigen Tagen dürfen das Räuchermännchen und seine Freunde geweckt werden. Und schon bald strahlt im Erzgebirge jedes Haus im Licht der Schwibbögen und Weihnachtssterne. Dabei fällt auf: Einige Motive sieht man besonders oft in den Fenstern erstrahlen.

Wir sind der Sache auf den Grund gegangen und haben uns mit den beliebtesten Szenen der Erzgebirgischen Volkskunst ein bisschen genauer beschäftigt.

Die häufigsten Motive im Erzgebirgischen Kunsthandwerk

Die folgenden vier Motive und Themenwelten finden sich besonders häufig in der Erzgebirgischen Holzkunst wieder:

Zeitlos schön: Das Schwarzenberger Schwibbogen-Motiv

Schwibbogen mit Bergbau-Motiv

Zwei Bergmänner, ein Schnitzer und eine Klöpplerin – das sind die Grundelemente des wohl bekanntesten Schwibbogen-Motivs. Entworfen im Jahr 1937 von der Leipziger Illustratorin Paula Jordan, gewann das Motiv den Wettbewerb der damaligen „Feierobnd-Ausstellung“ in Schwarzenberg und stellt noch heute die am häufigsten in Schwibbögen verarbeitete Szene dar.

Für das Erzgebirge hat das Schwarzenberger Motiv eine ganz besondere Bedeutung: Mit dem Klöppeln, dem Bergbau und der Schnitzkunst sind in ihm drei der wichtigsten Traditionen des Erzgebirges abgebildet. Und so ist es kaum verwunderlich, dass der größte freistehende Schwibbogen der Welt in der Bergstadt Johanngeorgenstadt, das weltbekannte Motiv aufgreift.

Die Seiffener Kirche: Mit acht Ecken zum Wahrzeichen des Kunsthandwerks

Pyramide mit Seiffener Kirche

Kirchen spielen in der Erzgebirgischen Weihnachtskultur eine wichtige Rolle – hier trifft man sich zum Mettenspiel, hier feiert man die Geburt Christi. Eine der außergewöhnlichsten (und deshalb auch bekanntesten) Kirchen des Erzgebirges findet man im Spielzeugdorf Seiffen. Dort steht die beinahe 250 Jahre alte Bergkirche, die sich insbesondere durch ihren achteckigen Grundriss von der Bauart anderer Kirchen abhebt.

Bis ins 19. Jahrhundert nutzten die Seiffener Bergleute die Kirche als Ort für ihre Quar­tals­gottes­dienste. Heute ist sie Pfarrkirche, beliebte Hochzeitskirche – und die am häufigsten in Holz abgebildete Kirche der Welt. Man findet sie auf Schwibbögen, Pyramiden und Spieluhren. Oft wird sie gemeinsam mit einer Gruppe von Kurrende-Sängern dargestellt.

Seiffener Kirchen entdecken »

Naturszenen: Oh Arzgebirg, wie bist du schie!

Schwibbogen Motiv Naturszene

Was gibt es schöneres, als im kalten Winter durch die Landschaften des Erzgebirges zu spazieren und die unberührten Schneedecken und gepuderten Nadelwälder zu bestaunen? Ein leises Knistern im Gehölz verrät, dass nicht alle Tiere Winterschlaf halten – und um ihnen durch die eisige Jahreszeit zu helfen, bestücken Kinder die Futterkrippen des Waldes mit Heu, Kastanien und anderen Leckereien.

Die Natur ist im Erzgebirge ein wichtiges und hoch geschätztes Kulturgut – und nicht zuletzt ist sie auch Quelle zwei der für die Region bedeutsamsten Werkstoffe. Die Wertschätzung von Erz, Holz, Flora und Fauna spiegelt sich auch im Kunsthandwerk des Erzgebirges wider. Naturszenen mit Dam- und Rotwild, verschneite Waldlandschaften und die weitläufigen Wiesen werden nur zu gern in Schwibbögen und verewigt.

In Bethlehem brannte ein Licht: Die Geburt Christi

Holzfiguren Geburtsszene, Jesus, Maria, Josef

Sie ist der eigentliche Grund, weshalb wir Weihnachten feiern – die Geburt Jesu Christi gehört zu den höchsten religiösen Festtagen des Christentums. Die Umstände, unter denen Maria ihn auf die Welt brachte, hätten widriger wohl kaum sein können. Wegen einer Volkszählung unternahm sie mit ihrem Mann Josef eine 150 km lange und beschwerliche Reise von Nazareth nach Bethlehem – und das in hochschwangerem Zustand. Als die Wehen kamen, war keine Herberge zu finden – und Maria blieb nichts anderes übrig, als das Kind in einem Krippenstall zu gebären. Es ist diese Szene, die man heute auf der ganzen Welt kennt: ein auf Stroh gebettetes Kind, das nicht nur von seinen Eltern, sondern auch von Hirten, Tieren und einem hell leuchtenden Stern umgeben ist.

Das Motiv der Geburt findet sich in verschiedensten Darstellungen auf Schwibbögen und Pyramiden. Einige Manufakturen, die sich auf die Herstellung moderner Erzgebirgischer Holzkunst spezialisiert haben, interpretieren die Szene neu und verleihen dem traditionellen Kunsthandwerk so einen jugendlich-frischen Charme.  

Darstellungen von Christi Geburt in der Erzgebirgischen Holzkunst »

Es bleibt himmlisch: Weitere Motive des Erzgebirgischen Kunsthandwerks

Im zweiten Teil unserer kleinen Motiv-Schau erwarten sie weitere himmlische Darstellungen, aber auch urbane und sportliche Szenen. Wer sein zu Hause ab dem 23. November mit einem der beliebtesten Motive schmücken will, findet bei uns das passende weihnachtliche Kunsthandwerk.

Wir wünschen viel Spaß beim Dekorieren!

Besinnlicher Advent: So kommt trotz Lockdown Weihnachtsstimmung auf

Weihnachtsdekoration

Die Weihnachtszeit steht vor der Tür – und auch, wenn in diesem Jahr erschwerte Umstände herrschen, muss dank unserer Grundausstattung für den Advent niemand auf festliche Stimmung verzichten.

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Besinnlicher Advent: So kommt trotz Lockdown Weihnachtsstimmung auf

Weihnachtsdekoration
Weihnachtsdekoration

Die COVID-19-Pandemie hat die Welt weiterhin im Griff – und das wird wohl auch noch eine Weile so bleiben. Zahlreiche Weihnachtsmärkte wurden abgesagt und auch das vorweihnachtliche Feiern mit Freunden und Arbeitskollegen wird in diesem Jahr wohl ausbleiben müssen.

Doch es gibt auch gute Nachrichten: Auch in schwierigen Zeiten wie diesen muss niemand auf eine besinnliche Adventszeit verzichten.

Grundausstattung für den Advent – so wird’s weihnachtlich

Mit den richtigen Dekorationen und vorweihnachtlichen Ritualen verwandeln Sie Ihr Zuhause in ein gemütliches Winterwunderland und bringen nicht nur Kinderaugen zum Leuchten. Zu unserer Grundausstattung gehören:

Lichterglanz erhellt die Nacht: Schwibbogen fürs Fenster

Schwibbogen mit Seiffener Kirche

Der Schwibbogen ist DAS weihnachtliche Dekorationselement der erzgebirgischen Volkskunst. Seit Jahrhunderten erhellt er im Erzgebirge die Fenster – und auch darüber hinaus erfreut er sich mittlerweile großer Beliebtheit. Sein warmes Licht und die filigranen gesägten, gedrechselten oder geschnitzten Motive haben ihn zum Symbol der traditionellen erzgebirgischen Weihnachtskultur gemacht.

Bei uns finden Sie Schwibbögen und Lichterecken in verschiedensten Ausführungen und Designs – vom traditionellen Schwarzenberger Motiv mit Bergmann und Klöpplerin bis hin zur Seiffener Kirche.

Zarter Nebel, köstliche Düfte: Räucherhäuser, Räuchermännchen und Räucherkerzen

Räuchermann Kfz-Mechaniker

Das Schönste am Weihnachtsmarkt sind wohl die betörende Düfte, die er an jeder Ecke in einer anderen Variation offenbart. Aber keine Sorge, auch in diesem Jahr müssen Sie auf den Geruch von Glühwein, Lebkuchen und außergewöhnlichen Gewürzwelten nicht verzichten. Alles, was Sie dafür brauchen, ist eines unserer Räucherhäuser oder Räuchermännchen – und natürlich die passende Füllung!

Modern oder traditionell? Unser Online-Shop für erzgebirgische Holzkunst hält für jeden Geschmack und Einrichtungsstil den passenden qualmenden Gesellen bereit. Klassischer Bergmann, goldige Räucherschnecke oder gar ein Kfz-Mechaniker? Wir haben sie alle!

Räucherfiguren entdecken »

Damit Ihr Räuchermann ordentlich nebeln und herrlichen Duft verbreiten kann, muss er mit einem passenden Räucherkerzchen bestückt werden. Hier scheiden sich die Geister: Die einen lieben den klassischen Weihrauchduft aus dem Hause HUSS oder Crottendorfer, andere experimentieren gern mit exotischen und extravaganten Düften.

Weihnachtsdekoration mit Biss: Nussknacker

Adventszeit ist Nusszeit! Lange wurden die Nikolausstiefel vor allem mit Haselnüssen, Mandeln und Walnüssen gefüllt. Um diese zu knacken, braucht es einen kleinen Helfer, der fest zubeißen kann – den Nussknacker. Sein grimmiges Gesicht, die strenge Uniform und der penibel gezwirbelte Schnauzbart lassen keine Zweifel daran aufkommen, dass er jede Nuss mit Leichtigkeit knackt.

Spätestens seit Tschaikowskis Ballett gehört der Nussknacker zu den Kultfiguren der (Vor-)Weihnachtszeit – und wird daher nur noch selten als Werkzeug genutzt.

Nussknacker in verschiedenen Größen und Designs »

Erst eins, dann zwei, dann drei, dann vier: Adventskränze und Adventsleuchter

Adventskranz

Die vier Sonntage vor dem 24. Dezember werden in den meisten Familien besonders zelebriert. Man backt Plätzchen, genießt den ersten Stollen – und zündet jedes Mal eine weitere Kerze an.

Erfunden wurde der Adventskranz im 19. Jahrhundert vom Erzieher und Begründer der Evangelischen Diakonie Johann Hinrich Wichern. Seine Idee war es, den von ihm betreuten Waisenkindern durch den Adventskranz das Zählen beizubringen und ihnen die noch verbleibende Zeit bis zum Weihnachtsfest anschaulich zu machen – eine Aufgabe, der Adventskranz und Adventsleuchter damals wie heute hervorragend gerecht werden.

Einen ganz ähnlichen Job hat der allseits beliebte Adventskalender. Mit seinen 24 Türchen sorgt er während der Vorweihnachtszeit für kleine Überraschungen – und erheitert so die spannende Zeit bis zum Heiligabend.

In unserem Onlineshop finden Sie außergewöhnliche Adventskalender, bestückt mit köstlichem Tee oder duftenden Räucherkerzen.

Du lieblicher Stern: Herrnhuter Sterne zur Außendekoration

Natürlich wird in der Weihnachtszeit nicht nur drinnen dekoriert – auch im Außenbereich darf es funkeln und strahlen. Perfekt dafür geeignet sind die weltweit bekannten Sterne aus dem Hause Herrnhuter. Mit ihrer charakteristischen Form und dem warmen Licht sind sie ein leuchtendes Symbol für Besinnlichkeit, Freude und Hoffnung – und die können wohl gerade alle gut gebrauchen.

Grüße für die Liebsten: Weihnachtskarten

Weihnachtskarter Glühwein

Große Weihnachtspartys und Familientreffen müssen in diesem Jahr wohl leider ausfallen, denn schließlich will man seine Liebsten nicht unnötig in Gefahr bringen. Sie wissen lassen, dass man sie gernhat und an sie denkt – das geht natürlich trotzdem!

Wer noch nach der passenden Papeterie für liebevolle Weihnachtsgrüße sucht, der wird bei uns garantiert fündig. Neben Karten mit klassischen Weihnachtsmotiven finden Sie bei uns auch humorvolle Postgrüße mit Augenzwinkern.

Zu unseren weihnachtlichen Grußkarten »

Gut gerüstet für die Adventszeit? Erzgebirgische Dekorationen und mehr

Wir lassen uns die Adventszeit auch in schwierigen Zeiten nicht vermiesen. Alles, was es für ein hell erleuchtetes und weihnachtliches Heim braucht, liefern wir Ihnen direkt vor die Haustür.  

Bleiben Sie gesund!
Ihr Team vom Erzgebirgshaus

Kunsthandwerk im Erzgebirge – Teil 3: Erzgebirgische Schnitzkunst

Schäfer und Schafe geschnitzte Holzfiguren

Schon die erzgebirgischen Bergleute nahmen nach Feierabend das Schnitzeisen in die Hand. Damals wie heute werden im Erzgebirge Holzfiguren in verschiedensten Dimensionen geschnitzt.

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Kunsthandwerk im Erzgebirge – Teil 3: Erzgebirgische Schnitzkunst

Schäfer und Schafe geschnitzte Holzfiguren
Schäfer und Schafe geschnitzte Holzfiguren

Das Kunsthandwerk mit der wohl bedeutendsten Tradition im Erzgebirge ist das Holzschnitzen. Schon seit vielen hundert Jahren nutzt man hierzulande Eisen und Schnitzmesser, um hölzerne Figuren herzustellen. Und auch heute entstehen in den erzgebirgischen Holzschnitzereien noch einzigartige Kunstwerke mit einem ganz besonderen Charme.

Wir sind begeistert von den filigranen Schönheiten, die erfahrene Schnitzkünstler wie von Zauberhand aus einem einfachen Stück Holz zu formen vermögen – und haben uns deshalb einmal genauer mit der langen Tradition des Schnitzens im Erzgebirge beschäftigt.

Schnitzen im Erzgebirge: Ein Handwerk mit Geschichte

Für die erzgebirgischen Bergleute war das Schnitzen schon immer mehr als ein Zeitvertreib nach Feierabend. Mit dem Schnitzmesser verewigten sie ihre Erlebnisse auf geschickte Weise in Holz. Als der Bergbau mehr und mehr an wirtschaftlicher Bedeutung verlor, wurde aus der Freizeitbeschäftigung ein wichtiger Broterwerb für die Menschen im Erzgebirge.

Weil Holz in großen Mengen vorhanden und schnell zu beschaffen war, entwickelte sich das Schnitzen schnell zu einem bedeutenden Erwerbszweig. Berufsgruppen, die eng mit dem Schnitzhandwerk in Verbindung standen, waren die Löffelmacher, Span­schachtel­macher und Kübler.

Obwohl heute auch CAD-gesteuerte Kopierfräsern das Werk des Schnitzers verrichten können, wird im Erzgebirge nach wie vor fleißig geschnitzt. Neben den professionellen Schnitzwerkstätten gibt es zahlreiche Vereine und Schnitzergruppen, die die Tradition der anspruchsvollen Handwerkskunst pflegen und fortführen.

Mit diesen Werkzeugen wird traditionsgemäß geschnitzt

Vorab ein paar allgemeine Worte zum Begriff des Schnitzens: Damit wird ein kerbendes und spanabhebendes Handwerk bezeichnet, bei dem man durch kontinuierliches Entfernen des Materials vom Rohling ein Werkstück modelliert. Die Fertigungsart zeigt sich an typischen kleinen Abdrücken im Werkstück. Nicht nur kunstvolle Figuren und Reliefs, auch Gegenstände des täglichen Bedarfs können so hergestellt werden.

Schnitzwerkzeuge

Als Rohling nutzen Berufsschnitzer heute meist vorgefräste Holzstücke, die sogenannten Schnitzrohlinge. Diese werden mit Schnitzeisen aus kohlenstoffhaltigem Stahl bearbeitet. Schnitzeisen gibt es in den verschiedensten Ausführungen:

  • Flacheisen (Schnitzeisen mit leichter Höhlung) zum Schnitzen von Flächen und Rundungen
  • Balleisen (Schnitzeisen mit flacher, gerader Schneide) zur Erzeugung von Rundungen
  • Hohleisen (Schnitzeisen mit starker Höhlung) für Vertiefungen
  • Bohrer (Hohleisen mit besonders starker, U-förmiger Höhlung) für Löcher und zum Entfernen größerer Materialmengen
  • V-förmige Eisen (auch Geißfuß genannt) für Strukturen und gerade Kanten
  • Blumeneisen (mit verjüngter Klingenbreite) für kleine Vertiefungen

Für größere Schnitzprojekte kommen zusätzlich Hammer mit rundem Kopf zum Einsatz. Diese werden gebraucht, um die nötige Kraft zum Abtragen des Holzes aufbringen zu können.

Damit beim Schnitzen keine Missgeschicke oder gar Unfälle passieren, ist die richtige Fixierung des Werkstücks das A und O. Die zur Herstellung von Reliefs benötigten Holzplatten werden in der Regel verschraubt oder in einem Rahmen verkeilt. Für Figuren nutzen Schnitzer einen Schnitzgalgen (= zwei Harthölzer mit beweglichem Gelenk) und spannen diesen an der Hobelbank ein. Das Werkstück wird dann mit einer Figurenschraube am Schnitzgalgen fixiert.

Kleine Figuren werden oft in der Hand oder auf dem Oberschenkel geschnitzt – hierfür braucht man aber besonders viel Erfahrung, denn die Verletzungsgefahr beim Gebrauch der scharfen Schnitzwerkzeuge ist nicht zu verachten.

Schnitzen mal anders: Eine besondere (und noch recht junge) Spielart des Handwerks ist das Kettensägenschnitzen. Die Kettensäge wird dabei als überdimensionaler Schnitzhobel benutzt – ein beeindruckender Prozess, den man oft auch in Schauvorführungen hautnah miterleben kann. Eine ganze Ausstellung von Kettensägenkunst gibt es im erzgebirgischen Blockhausen zu bewundern.

Das richtige Holz für Schnitzarbeiten

Heimische Hölzer wie Linde und Buchsbaum eignen sich aufgrund ihrer Kurzfaserigkeit und Homogenität hervorragend zum Schnitzen. Aber auch Ahorn, diverse Kiefern- und Obsthölzer sind gute Schnitzhölzer.

Um die Reißneigung des Holzes zu minimieren, sollte das verwendete Holz gut durchgetrocknet sein.

Räuchermann Schnitzer

Schnitzen in der Erzgebirgischen Volkskunst

In den meisten erzgebirgischen Holzmanufakturen wird heute mehr gedrechselt als geschnitzt – denn das Schnitzen ist ein besonders aufwendiges Handwerk. Nichtsdestotrotz genießt die Schnitzkunst im Erzgebirge nach wie vor ein hohes Ansehen. Pyramiden und Schwibbögen sind häufig mit geschnitzten Tierfiguren bestückt, viele namhafte Holzkunst-Hersteller wie KWO und Christian Ulbricht haben dem Handwerk sogar eine eigene Räucherfigur gewidmet. Und natürlich findet sich der Schnitzmeister auch auf dem bekanntesten erzgebirgischen Schwibbogen-Motiv.

Kunsthandwerk im Erzgebirge – Teil 2: Die hohe Kunst des Klöppelns

Klöppelsack

Nicht nur an der Drechselbank entstehen im Erzgebirge aufwendige Kunstwerke. Auch am Klöppelsack ist man hierzulande besonders geschickt. Als traditionelle erzgebirgische Handwerkskunst blickt das Klöppeln auf eine bewegte Geschichte zurück.

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Kunsthandwerk im Erzgebirge – Teil 2: Die hohe Kunst des Klöppelns

Klöppelsack
Klöppelsack

Handgemachtes besitzt im Erzgebirge einen hohen Stellenwert. Die filigranen Holzkunstwerke der Region kennt und liebt man mittlerweile auf der ganzen Welt. Aber nicht nur mit einzigartigen Drechselarbeiten erlangte das Erzgebirge Bekanntheit – auch am Klöppelsack ist man hier außerordentlich geschickt.

Die Geschichte des Klöppelns reicht zurück bis ins 16. Jahrhundert. Wir sind ihr auf den Grund gegangen und haben uns die traditionsreiche Handarbeitstechnik einmal genauer angesehen.

Vom Lebensunterhalt zum Freizeitspaß: Klöppeln im Erzgebirge

Das Klöppeln ist ein Kunsthandwerk zur Herstellung verschiedenster Spitzen mittels spindelförmiger Holzspulen und darauf gewickeltes Garn. Durch Verdrehen, Verkreuzen, Verknüpfen und Verschlingen der Fäden entstehen aufwendige Schmuckelemente oder ganze Bilder.

Viele Jahre lang wurde im Erzgebirge professionell geklöppelt. Heute trifft man sich in Gruppen, um dem Klöppeln gemeinsam als Freizeitbeschäftigung nachzugehen.

Einfach Spitze: So wird geklöppelt

Grundlage jeder Klöppelspitze ist der Klöppelbrief. Dabei handelt es sich um eine Mustervorlage, die meist urheberrechtlich geschützt ist – denn die Gestaltung und geometrische Berechnung eines solchen Entwurfs ist eine hohe Kunst, die nur wenige Handklöppler:innen beherrschen.

Klöppel

Die als Klöppel bezeichneten Holzspulen und der Klöppelbrief sind an einem Klöppelsack bzw. Klöppelkissen befestigt. Mindestens zwei paar dieser Klöppel werden durch Kreuzen und Drehen miteinander verflochten. Wer genug Erfahrung hat, kann mit bis zu 100 Holzspulen klöppeln.

Als Flechtmaterial kommt in erster Linie reißfestes Leinengarn zum Einsatz. Seltener werden auch Seiden- und Baumwollgarne verwendet. Sogar das Klöppeln mit Metallfäden ist möglich – hierfür braucht es aber besondere Klöppel. Damit beim Klöppeln nichts verrutscht, wird das Flechtwerk währenddessen mit Stecknadeln auf dem Kissen fixiert. Ist das Kunstwerk vollendet, werden diese wieder entfernt.

Andere Länder, andere Klöppel-Sitten: Im Erzgebirge wird traditionell auf einer Rolle mit Holzständer geklöppelt. In Frankreich und Belgien hingegen nutzt man Flachkissen.

Von Mailand nach Marienberg: So kam das Klöppeln ins Erzgebirge

Die Ursprünge des Klöppelns finden sich im Italien des 16. Jahrhunderts. Dort nutzte man diverse Flechttechniken, um die losen Fransen von Kleidungsstücken in feste, dekorative Kanten zu verwandeln. Es dauerte nicht lang, bis diese Technik sich großer Beliebtheit erfreute und die Spitzenkanten auch eigenständig gefertigt wurden.

Mit Le Pompe entstand 1557 in Venedig das erste Musterbuch für Klöppeltechniken. Aus diesem Zeitraum stammen auch die ersten erzgebirgischen Klöppelspitzen. Eine Person, die dabei nicht unerwähnt bleiben darf, ist Barbara Uthman. Die aus Annaberg stammende Unternehmerin war maßgeblich an der Verbreitung des Spitzenhandels im Erzgebirge beteiligt. Überlieferungen zufolge handelte sie mit Klöppelspitze nach Art des Verlagssystems: Sie gab Muster aus, ließ sie durch Klöpplerinnen umsetzten und verkaufte sie dann weiter. In ihren erfolgreichsten Jahren beschäftigte Sie ungefähr 900 Bortenwirkerinnen.

Klöppeln für das täglich Brot

Viele Frauen im Erzgebirge leisteten durch das Klöppeln einen wichtigen Beitrag zur Sicherung des Lebensunterhalts. Als der Bergbau mehr und mehr an Relevanz verlor, erlangten Handarbeitstechniken wie diese zusätzlich eine besondere wirtschaftliche Bedeutung für die Familien im Erzgebirge.

Klöpplerin Figur von Wendt & Kühn

Ab dem späten 19. Jahrhundert konnten Klöppelspitzen maschinell hergestellt werden – und die Dienste der Klöpplerinnen wurden nicht länger benötigt. Geklöppelt wurde nun nicht mehr in Lohnarbeit, sondern vorrangig als Freizeitbeschäftigung. Heute ist die Westsächsische Hochschule Zwickau deutschlandweit die einzige Bildungseinrichtung, die das professionelle Klöppeln im Rahmen des Fachbereichs Angewandte Kunst lehrt. In regionalen Vereinen und Freizeitgruppen wird aber natürlich weiterhin fließig geklöppelt.

Zu den bekanntesten Spitzen des Klöppelhandwerks zählen die Flechtspitze (Renaissance), die Mailänder Spitze (Barock), die Brüsseler Handklöppelspitze (Rokoko) und die Russische Spitze (Klassizismus). Eine der wenigen Spitzen mit deutschem Ursprung ist die Schneeberger Spitze. Sie entstand zu Beginn des 20. Jahrhunderts an der Königlichen Spitzenklöppel-Musterschule Schneeberg. Dort suchten die Lehrkräfte nach Möglichkeiten, um Handklöppelspitze auf möglichst schnelle und unkomplizierte Weise herstellen zu können. Das Besondere an Schneeberger Spitze ist die relativ geringe Zahl der verwendeten Klöppel (6 bis 8 Paare), durch die schwungvolle Spitzen, die sich im Wechsel verjüngen und ausweiten.

Klöppeln als Motiv in der Erzgebirgischen Holzkunst

Schwibbogen mit Bergbau-Motiv

Die Geschichte zeigt: Das Klöppeln ist ein wertvolles Kulturgut des Erzgebirges – und so ist es kaum verwunderlich, dass sich das Motiv der Klöpplerin immer wieder auch in den Holzkunstwerken der Region wiederfindet. Namhafte Hersteller wie Wendt & Kühn haben der Klöpplerin eine eigene Figur gewidmet – und natürlich findet sie sich auch auf dem bekanntesten Schwibbogen-Motiv des Erzgebirges wieder.

Wer genau hinsieht, entdeckt darauf ein weiteres typisch erzgebirgisches Handwerk, dem wir uns als nächstes widmen möchten. Ein Tipp: Es geht ein weiteres Mal um den beliebten Werkstoff Holz.

Kunsthandwerk im Erzgebirge – Teil 1: Die Männelmacher und ihre Drechselkunst 

Drechseln eines Pilzes

Das Erzgebirge ist mehr als Bergbau – unsere Region ist ein buntes Pottpurri der Kunstfertigkeit. Das wohl wichtigste Handwerk ist das Drechseln. Wir haben uns über das Verfahren zur Holzbearbeitung schlau gemacht. 

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Kunsthandwerk im Erzgebirge – Teil 1: Die Männelmacher und ihre Drechselkunst 

Drechseln eines Pilzes
Drechseln eines Pilzes

Schnitzen, Drechseln, Klöppeln – (Kunst-)Handwerk gehört zum Erzgebirge wie der Fichtelberg. Für unsere Pyramiden, Schwibbögen und Räuchermännchen sind wir auf der ganzen Welt bekannt. In den Schauwerkstätten zahlreicher Manufakturen kann man den Männelmachern sogar über die Schulter schauen und hautnah miterleben, wie aus einem Stück Holz ein filigranes Kunstwerk entsteht.

Das Kunsthandwerk im Erzgebirge blickt auf eine lange Tradition zurück und wird auch heute noch sorgsam gepflegt. Wir haben uns die bekanntesten Handwerkskünste genauer angesehen. Erster Halt war dabei natürlich die erzgebirgische Drechselkunst.

Drechseln – was ist das eigentlich?

Das Drechseln (auch Drehen genannt) ist ein zerspanendes Fertigungsverfahren zur Bearbeitung von Holz und anderen Werkstoffen (z. B. Bernstein und Acrylglas). Traditionell wird dabei eine Drehbank eingesetzt, auf der sich das Werkstück um die eigene Achse dreht, während mit einem Werkzeug seine Kontur bearbeitet wird.

Die Ursprünge des Drechselns gehen bis in die Antike zurück. Die anfangs sehr kleinen Werkstücke wuchsen mit der Zeit immer weiter. Im mittelalterlichen Indien wurden dann bereits ganze Säulen aus Speckstein gedreht.

Welche Werkzeuge braucht ein Drechsler?

Holzspäne

Auf den ersten Blick erinnern Drechslerwerkzeuge denen eines Schreiers. Bei genauerem Hinsehen werden aber einige Unterschiede sichtbar. So sind die Werkzeuge von deutlich höherer Festigkeit und mit einer Länge von 40 bis 50 cm in der Regel auch wesentlich größer.

Die essenziellen Werkzeuge, die beim Drechseln zum Einsatz kommen, sind:

  • Röhren (halbrund und mit flachem Außenschliff)
  • Abstechstähle und Flachmeißel (beidseitig geschliffen)
  • Ausdrehstähle und Schlichtstähle (steiler Schliff)

Darüber hinaus werden beim Drechseln einige Hilfs- und Messinstrumente benötigt, um sicherzustellen, dass die erzeugte Silhouette korrekt geformt ist. Mithilfe von Federinnentastern und Stechzirkeln wird z. B. überprüft, ob eine gedrechselte Kugel auch wirklich kugelförmig ist.

Was genau ist Reifendrehen?

Das Reifendrehen ist ein spezielles Drechselverfahren, das in der erzgebirgischen Spielzeugstadt Seiffen entwickelt wurde. Dabei handelt es sich um eine Methode zur Holzbearbeitung, durch die vor allem Tierfiguren gefertigt werden. Die sogenannten Reifentiere entstehen auf einer besonderen Holzdrehbank, auf der das Holzstück sich längs zur Faserrichtung dreht.

Reifentier Pferd

Ihren Ursprung findet die anspruchsvolle Technik im Niedergang des Zinnbergbaus um 1800. Um die vorhandene Wasserkraft weiterhin sinnvoll zu nutzen und eine schnelle, günstige Alternative zum verhältnismäßig unwirtschaftlichen Schnitzen zu schaffen, wurde dieses Verfahren zu Beginn des 19. Jahrhunderts entwickelt. Schon bald war dadurch die Massenproduktion von Holzfiguren möglich.

Damals wie heute ist das Ergebnis des Reifendrehens ein Holzring mit einem Durchmesser von 30 bis 50 cm, dessen Querschnitt die Form der gewünschten Figur besitzt. Diese offenbart sich in typisch flacher Form beim anschließenden Abspalten einzelner Segmente aus dem Ring. Üblicherweise werden die Figuren im Anschluss noch bemalt oder mit Schnitzwerkzeugen weiterbearbeitet.

Die Technik des Reifendrehens verlangt nach Geschicklichkeit, Vorstellungskraft und viel Erfahrung – denn das finale Ergebnis seiner sieht der Drechsler erst beim Abspalten.

Werden Spanbäume ebenfalls gedrechselt?

Spanbäume in verschiedenen Größen

Eines der beeindruckendsten Erzeugnisse aus den Manufakturen des Erzgebirges ist das Spanbäumchen. Dabei handelt es sich um eine Figur aus Lindenholz mit filigranen Spanlocken.

Gedrechselt werden nur Rohkörper und Fuß des Spanbaums, die Locken entstehen einzeln in Handarbeit. Diesen zeitaufwendigen Prozess bezeichnet man als Spanbaumstechen – ein Handwerk, das nur wenige beherrschen.

Spanbäume gibt es in allen erdenklichen Größen – die kleinsten sind wenige Zentimeter, die größten bis zu einen Meter groß. Auch als dekoratives Element auf Schwibbögen und Pyramiden sind Sie häufig zu finden.

Noch mehr Kunsthandwerk: Schnitzen und Klöppeln im Erzgebirge

Natürlich gibt es im Erzgebirge nicht nur meisterhafte Drechsler:innen. Auch beim Schnitzen und Klöppeln entstehen beeindruckende Kunstwerke, die auf der ganzen Welt begehrt sind. Im zweiten Teil unserer Reihe erfahren Sie mehr über die hohe Kunst des Klöppelns.

Kleines Mundart-Lexikon Teil 2: Von L wie Lameng bis Z wie Zuckerle

Räuchermann Pilzsammler Original Erzgebirgisch

Noch mehr Erzgebirgisch: Im zweiten Teil unseres kleinen Mundart-Lexikons erfahren Sie, was ein Matzl ist, welche Speisen zum traditionellen Neinerlaa gehören und was Sie falsch gemacht haben, wenn man Sie als Pranzkiebl bezeichnet.

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Kleines Mundart-Lexikon Teil 2: Von L wie Lameng bis Z wie Zuckerle

Räuchermann Pilzsammler Original Erzgebirgisch
Räuchermann Pilzsammler Original Erzgebirgisch

Mir sei ahm, wie mor sei… Im Erzgebirge ticken die Uhren ein bisschen anders – und auch die Sprache der Region ist eine ganz besondere. Ein bisschen nuschelig, gern verniedlicht, verkürzt oder auch mal alles zusammen – das ist typisch Erzgebirgisch. Die vielerorts gesprochene Mundart umfasst hunderte Vokabeln, deren Bedeutung nicht selten nur von Einheimischen entschlüsselt werden kann.

Mit dem ersten Teil unseres Mundart-Lexikons haben wir bereits einen kleinen Einblick in die Eigenheiten und Tücken des Erzgebirgischen gegeben. Im zweiten Teil erfahren Sie noch mehr – zum Beispiel über niedliche Tierchen, traditionelle erzgebirgische Gerichte und winterlichen Rodelspaß.

L wie… Lameng

Im Erzgebirge schafft man Dinge nicht mit Links, sondern aus dor Lameng. Wie viele andere erzgebirgische Vokabeln stammt das Wort aus dem Französischen (la main = die Hand) und nimmt damit Bezug auf die Unmittelbarkeit (im Sinne von zur Hand haben), mit der diese Handlung vollzogen werden kann.

M wie… Matzl

Original Erzgebirgische Figur Vogel von Martin

Ein Herz für Tiere: Ob Küken, Marienkäfer oder Katzenjunges – was winzig und schutzbedürftig ist, nennt man im Erzgebirge liebevoll Matzl. Oft wird die verniedlichte Bezeichnung aber auch für kleine Holzstücke oder andere Kleinteile verwendet.

Allerhand Matzln, zum Beispiel goldige Vögel aus der Manufaktur Martin, süße Eulen aus dem Hause Kuhnert und viele weitere Original Erzgebirgische Figuren finden Sie in unserem Online-Shop.

N wie… Neinerlaa

Beim Neinerlaa (zu Hochdeutsch: Neunerlei) handelt es sich um das traditionelle Weihnachtsessen der Erzgebirger:innen. Das Besondere an diesem Menü: Jede der bei diesem Essen servierten Speisen hat eine symbolische Bedeutung:

  • Bratwurst: Herzlichkeit und Kraft
  • Sauerkraut: kein Leid (das Leben soll einem nicht sauer werden)
  • Linsen: Kleingeld soll nicht ausgehen
  • Klöße, Karpfen und Hering: großes Geld soll nicht ausgehen
  • Gans, Schweinebraten und Kuhhase: Glück
  • Kompott: Lebensfreude
  • Semmelmilch: Gesundheit
  • Nüsse oder Mandeln: guter Lebensalltag

Serviert wird das Neinerlaa an natürlich Heiligabend – und zwar pünktlich um 18 Uhr.

O wie… Othal

Fichtelberg

Sollten Sie von Erzgebirger:innen nach Othal eingeladen werden, fahren Sie auf jeden Fall mit! Denn Othal alias Oberwiesenthal gehört zu den schönsten Ausflugszielen, die das Erzgebirge zu bieten hat – und ist ganz nebenbei auch die höchstgelegene Stadt Deutschlands. Der Kurort liegt am Fuße des Fichtelbergs und gilt nicht nur unter Einheimischen als beliebter Wintersportort. Skifahren, Rodeln oder einfach nur den beeindruckenden Ausblick genießen – für all das (und noch vieles mehr) eignet sich die Region um den Fichtelberg hervorragend.

Wer besonders stilvoll und erlebnisreich nach Oberwiesenthal reisen will, kann dies mit der dampfbetriebenen Fichtelbergbahn tun.

P wie… Pranzkiebl

Wenn es etwas gibt, dass die Menschen im Erzgebirge nicht leiden können, dann sind es Angeber – oder Pranzkiebl, wie diese auch abfällig genannt werden. Wer pranzt (also angibt), kann es sich mit den Erzgebirger:innen leicht verscherzen – denn Bescheidenheit ist hier eine hoch geschätzte Tugend.

Q wie… Quetschkommod

Wendt & Kühn Figur Engel mit Akkordeon

Nicht erst seit De Randfichten gehört die Quetschkommod, das Akkordeon, zu den beliebtesten Instrumenten der erzgebirgischen Volksmusik. Das Feieromdlied, der Schneeschuhfahrermarsch und andere Klassiker werden traditionell mit diesem Handzuginstrument begleitet.

Wie beliebt das Akkordeon im Erzgebirge ist, wird auch anhand seiner vielen erzgebirgischen Kosenamen deutlich. Neben der Bezeichnung Quetschkommod sind zum Beispiel auch die Begriffe Ziehkastl und Zerrwanst gebräuchlich.

R wie… Ruscheln

Wenn‘s draußen wiedr schneit, do hommr unnre Freid! Sobald der erste Schnee liegt, leuchten im Erzgebirge alle Kinderaugen. Der Grund? Endlich kann geruschelt werden! Gemeint ist damit das Rodeln, das auf einem traditionellen Holzschlitten mit Metallbeschlägen natürlich am meisten Spaß macht.

S wie… Schwamme

Ja, de Schwamme, die sei gut! Wer in de Schwamme, also zum Pilze Sammeln geht, der wird in den Wäldern des Erzgebirges ganz bestimmt fündig. Doch die Konkurrenz schläft nicht! Erfahrene Pilzsammler:innen kennen die vielversprechendsten Fundorte – und würden sie wahrscheinlich auch unter Folter nicht verraten.

Räuchermännchen Pilzsammler

Ein Pilz-Klassiker der erzgebirgischen Küche sind übrigens Griene Klies un Schwammebrieh, eine Pilzsuppe mit grünen Klößen.

T wie… Trittewar

Laaf offn Trittewar! Wenn Sie diesen Satz hören, sind Sie wahrscheinlich auf der Straße gelaufen und waren jemandem im Weg. Trittewar is das erzgebirgische Wort für Gehsteig und wurde (wie so viele erzgebirgische Vokabeln) aus dem französischen Wort Trottoir entlehnt.

U wie… Uhiesschr

Wer das Wort Uhiesschr nicht kennt, auf den trifft es in aller Regel zu. Denn so nennt man im Erzgebirge jede Person, die nicht aus der Region stammt.

V wie… Varschl

Wenn dor Rupprich (Weihnachtsmann) an die Tür klopft, sollte jedes Kind ein Varschl auf Lager haben – denn ohne Varschl auch keine Geschenke. Gemeint ist damit ein kleines Lied oder Gedicht (Verschen), das vor der Bescherung vorgetragen wird.

W wie… Walker

Im Erzgebirge ist es deutlich kälter als anderswo – das macht den Einheimischen aber nichts aus, denn hier ist man auf eisige Temperaturen bestens vorbereitet. Um keine kaltn Fiss zu riskieren, werden in den eigenen vier Wänden üblicherweise sogenannte Walker, also aus Filz gefertigte Hausschuhe getragen.

Z wie… Zuckerle

Figur Süßigkeiten-Stand von Flade, Original Erzgebirgisch

Kulinarisch hat das Erzgebirge vor allem herzhafte und deftige Gerichte zu bieten. Aber auch Süßes lässt man sich hier gern mal schmecken. Wenn Sie mitnaschen möchten, brauchen Sie ab sofort nicht mehr um ein Bonbon zu bitten, sondern können dialektgetreu nach einem Zuckerle fragen.

S’is Feierohmd!

Uhiessche, die unser Mundart-Lexikon studiert haben, können sich nun selbstbewusst in die Konversation mit dem einen oder anderen Einheimischen stürzen – und dabei mit echtem Insider-Wissen glänzen. Wer nicht genug von der erzgebirgischen Mundart und Kultur bekommt, findet noch mehr typisch Erzgebirgisches in unserem Online-Shop für erzgebirgische Holzkunst.

Kleines Mundart-Lexikon Teil 1: Von A wie Ahlichtln bis K wie Karzl

Mann schnitzt Holzfigur

Erzgebirgisch für Anfänger: Der Dialekt der erzgebirgischen Landsleute ist ein sehr spezieller – und nicht immer ganz einfach zu verstehen. Welche Vokabeln man im Gespräch mit einem echten Erzgebirger beherrschen sollte, erfahren Sie in unserem Mundart-Lexikon.

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Kleines Mundart-Lexikon Teil 1: Von A wie Ahlichtln bis K wie Karzl

Mann schnitzt Holzfigur
Mann schnitzt Holzfigur

Wu de Hasen Hosen haßen un de Hosen Husen haßen… Das Erzgebirge ist nicht nur für seine einzigartige Holzkunst, sondern auch für seinen Dialekt bekannt. Wer das erste Mal auf waschechte Erzgebirger:innen trifft, kann im Gespräch schon mal an seine Grenzen geraten – denn viele Wörter klingen auf Erzgebirgisch einfach völlig anders.

Die Erzgebirger:innnen sind stolz auf ihre Mundart – und dank Dichter wie Anton Günther erlangte sie auch außerhalb der Region Bekanntheit. Wenn Sie sich noch schwer tun, den erzgebirgischen Dialekt zu verstehen, schafft unser kleines Mundart-Lexikon Abhilfe. Wir haben die wichtigsten, wunderlichsten und lustigsten Begriffe aus dem Wortschatz unserer Landsleute zusammengetragen und ins Hochdeutsche übersetzt.

A wie… Ahlichtln

Schwibbogen mit Seiffener Kirche

Unter Ahlichtln verstehen die Erzgebirger:innen das feierliche Einschalten der Weihnachtsbeleuchtung. Traditionell wird mit dem ersten Anschalten die Vorweihnachtszeit eingeläutet – und zwar immer zum ersten Advent.

Nichts zum Ahlichtln zu Hause? In unserem Online-Shop finden Sie eine vielseitige Auswahl an Fensterbeleuchtung und Dekoration – darunter verschiedene Original Erzgebirgische Schwibbögen und natürlich auch den weltweit bekannten Herrnhuter Stern in unterschiedlichen Größen und Farben.

Übrigens: Das A klingt im Erzgebirge eher wie eine Mischung aus A, O und E – und nur, wer den Dialekt wirklich beherrscht, kann diesen Laut lupenrein erzeugen.

B wie… Bliemerant

Wenn es jemandem bliemerant ist, sollte man ihm schnellstmöglich ein Glas Wasser und einen Stuhl reichen. Denn bliemerant bedeutet auf Erzgebirgisch so viel wie schwindlig oder unwohl. Seine Wurzeln hat das erzgebirgische Wort im Französischen bleu mourant, was übersetzt blassblau bedeutet – und damit wohl auf die Gesichtsfarbe der betroffenen Person anspielt.

Weihnachtsbaumverkäufer

C wie… Christbaam

Eine Vokabel, die wohl auch die meisten Nicht-Erzgebirger übersetzen können: Der Weihnachtsbaum heißt von Aue bis Zschopau Christbaam und wird traditionell nicht mit Lametta, sondern mit kleinen Holzfiguren und Strohsternen geschmückt.

Die passende Weihnachtsdekoration für Ihren Christbaum finden Sie bei uns. Zu unserem Baumbehang-Sortiment gehören unter anderem die beliebten Weihnachtsengel von Wendt & Kühn.

D wie… Drham

Zu Hause ist es am schönsten – das finden auch die Erzgebirger:innen. Nur dass sie eben nicht zu Hause sind, sondern drham. Das Zuhause ist auch in erzgebirgischen Volksliedern und Gedichten häufig Thema – natürlich auch beim bekanntesten Liedermacher Anton Günther, der nach längeren Aufenthalten im Ausland ebenfalls wieder seinen Weg nach Hause ins Erzgebirge fand.

Kloßfrau

E wie… Eigeschnietne

Weggeworfen wird im Erzgebirge nichts – denn schließlich lässt sich auch aus den Resten des bomfortionösen (= üppigen) Mittagessens noch etwas Köstliches zaubern. Übriggebliebene Kartoffeln oder Klöße landen deshalb nicht im Müll, sie werden in Scheiben geschnitten und mit Butterschmalz in der Pfanne gebraten.

Das Ergebnis sind knusprige Eigeschnietne, die dem einen oder anderen sogar besser schmecken als ein frischer Kloß.

F wie… Fei

Des kasste fei net sohng! Die kleine Modalpartikel fei wird von Erzgebirger:innen nur zu gern benutzt. Ihre Bedeutung bewegt sich zwischen tatsächlich, wirklich und der Annahme, dass die angesprochene Person das Gesagte noch nicht weiß. Darüber hinaus wird einer Aussage mittels fei besonderer Nachdruck verliehen. Auch diese erzgebirgische Vokabel wurde aus dem Französischen entlehnt und lässt sich auf das Wort fin zurückführen.

G wie… Gahr

Gahr vor Gahr gieht’s zen Advent… So beginnt das wohl bekannteste Weihnachtslied des Erzgebirges, in dem die wichtigste Symbolfigur der Region besungen wird – die Rede ist vom Raachermannl, dem Räuchermännchen, das jedes Jahr am ersten Adventssonntag aus seinem Winterschlaf geweckt wird. Im Jahr 1830 erstmals erwähnt, ist es heute fester Bestandteil der erzgebirgischen Volkskunst und erfreut Menschen auf der ganzen Welt mit seinem duftenden Nebel.

Räuchermännchen und die passenden Räucherkerzen von Markenherstellern wie Huss, Crottendorfer und KNOX gibt es natürlich bei uns. Wir führen klassische Figuren, aber auch moderne Varianten.

Schloss Schwarzenberg

H wie… Haamit(land)

Vergass dei Haamit net! Zur Heimat pflegen die Erzgebirger:innen eine ganz besondere Liebe. Nicht nur mit der beeindruckenden Flora und Fauna der Region, auch mit ihrer Sprache und Kultur sind die Menschen im Erzgebirge besonders eng verwachsen – und bleiben es zumeist auch, wenn sie nicht mehr in ihrer Heimat wohnen.

Sieht man jenseits des Erzgebirges zur Weihnachtszeit ein traditionell geschmücktes Fenster mit Schwibbogen und Weihnachtsstern, ist es recht wahrscheinlich, dass der Dekorateur aus dem Erzgebirge stammt.

I wie… Imstandskastn

Jemand aus dem Erzgebirge hat Sie als Imstandskasten (wörtlich: Umstandskasten) bezeichnet? Dann will er ihnen mit typisch erzgebirgischer Direktheit sagen, dass Sie die Dinge vielleicht etwas zu kompliziert angehen – denn so nennt man hierzulande einen umständlichen Menschen. Nehmen Sie sich diesen Titel nicht allzu sehr zu Herzen, der Charme der Erzgebirger:innen ist nun mal eher pragmatisch.

J wie… Gung?

Nein, wir haben uns nicht vertan! Vokabeln mit J hat der erzgebirgische Dialekt kaum zu bieten. Denn die meisten Wörter, die im Hochdeutschen mit J beginnen, werden im Erzgebirge mit G gebildet. So ist der Junge dr Gung, der Jäger heißt Gaachr und wenn es kalt wird, zieht man sich keine Jacke über, sondern de Gack.

K wie… Karzl

Huss Karzl Räucherkerzen Alles-in-Einem

Licht und Beleuchtung sind im Erzgebirge ein großes Thema – nicht zuletzt aufgrund der langen Bergbaugeschichte der Region. Wenn es untertage stockfinster war, brachte ein Karzl (eine kleine Kerze) den Bergleuten Licht und Wärme. Während Schwibbögen und Weihnachtsbäume heute zumeist elektronisch beleuchtet sind, werden auf der erzgebirgischen Pyramide nach wie vor Kerzen angezündet – denn schließlich braucht es eine Flamme, damit de Peremett sich dreht.

Übrigens: Karzl heißt auch das Maskottchen des erzgebirgischen Räucherkerzen-Herstellers Huss. Das kleine Räucherkerzchen mit Hut weiß so einiges über das Erzgebirge, seine Sprache und Traditionen zu berichten – und trägt sein Wissen mit Witz und Charme in die Welt.

Neigierich? ‘s gieht fei noch wettr!

Noch mehr Vokabeln aus dem Erzgebirgischen teilen wir schon bald im zweiten Teil unseres kleinen Mundart-Lexikons. Bis dahin sagen wir: Macht’s ner gut und bleibt fei gesund!

Wenn is Raachermannl (weiter) nabelt: Die besten Düfte für sommerliches Räuchern 

Sonnenblumenfeld

Bei uns im Erzgebirge wird längst nicht nur in der Adventszeit geräuchert! Auch für die warmen Monate liefern Traditionshersteller wie Crottendorfer tolle Dufterlebnisse, die perfekt zu lauen Sommernächten passen. Wir verraten, mit welchen außergewöhnlichen Sorten Sie das ganze Jahr über Abwechslung in den Räucherofen bringen können.

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Wenn is Raachermannl (weiter) nabelt: Die besten Düfte für sommerliches Räuchern 

Sonnenblumenfeld
Sonnenblumenfeld

Der Duft von Weihrauch gehört zu Weihnachten wie Glühwein und Lichterglanz – und in kaum einem Haushalt im Erzgebirge werden die kleinen schwarzen Räucherkerzchen in der Adventszeit nicht angezündet. Steigt der zarte Rauch sanft aus Räuchermännchen oder Räucherhaus in die Nase, kommt sofort besinnliche Stimmung auf.

Aber auch, nachdem Engel, Bergmann und Schwibbogen wieder schlafen gelegt wurden, möchten viele nicht aufs Räuchern verzichten. Für sie hat sich Crottendorfer, einer der bekanntesten Räucherkerzen-Hersteller, ein frisches Produkt-Portfolio einfallen lassen, das in den warmen Monaten für unvergessliche Duft-Momente sorgt – von floral und fruchtig bis intensiv-würzig.

Crottendorfer Räucherkerzen werden seit 1936 im Erzgebirge hergestellt – und überzeugen damals wie heute durch höchste Qualität. Als Duftstoffe kommen naturnahe und unbedenkliche Rohstoffe wie Harze, Kräuter, Gewürze, Hölzer, Pflanzenextrakte, ätherische Öle, Duftstoffe für Allergiker und einheimische Buchenholzkohle zum Einsatz.

Besonders beeindruckend ist die Sortenvielfalt der kleinen Kegel:

Kirschblüte

Aromatische Entspannung für die Sinne

Gerüche haben eine große Wirkung auf das menschliche Wohlbefinden. Die richtigen Düfte können beruhigen, entspannen – oder energetisieren. Das Portfolio der Crottendorfer Räucherkerzen hält deshalb verschiedene Duftrichtungen bereit, die das innere Gleichgewicht unterstützen.

Harmonisierende Aromakomposition, belebende Kirschblüte oder der unvergleichliche Geruch von frisch aufgebrühtem Kaffee – diese Sorten sind eine echte Wohltat für die Seele.

Frühlingsgefühle mit blumigen Düften

Wer sich den Geruch einer bunten Blumenwiese ins Wohnzimmer holen will, für den sind die blumigen Räucherkerzen-Sorten von Crottendorfer perfekt geeignet. Ob romantische Rosenblüten, buntes Blumenbouquet oder der Duft der Provence – mit diesen Räucherkerzen halten florale Aromen Einzug in jeden Raum.

Duftreisen um die ganze Welt

Nicht nur im Erzgebirge kennt man sich mit Düften aus – köstliche Aromen gibt es auf der ganzen Welt zu entdecken:

Russian Red: Wer von russischen Süßigkeiten nicht genug kriegen kann, für den sind diese Räucherkerzen ein echter Genuss. Eine außergewöhnliche Komposition aus Orangenblüten, dunklen Rosen, Ambra und weißem Jasmin erzeugen typisch russisches Flair.

African Night: In dieser Sorte steckt südafrikanische Lebensfreude – kraftvoll, bunt und warm. Kaum ist das Räucherkerzchen angezündet, steigt der Duft von Hölzern, Gewürzen und exotischen Blumen in die Nase.

Kuba

Black Forest: Ein Spaziergang im Kiefernwald tut Körper und Seele gut. Den Duft der Schwarzwaldlandschaft mit ihren vielen Kräutern und Moosen holen Sie sich mit dieser Sorte nach Hause.

Cuba Blend: Wer einer kubanischen Zigarre nicht widerstehen kann, für den ist diese Duftrichtung ein echtes Erlebnis. Hier treffen getrocknete Tabakblätter auf Röstaromen dunkler Schokolade – und beinahe meint man, leise Salsa-Klänge hören zu können.

Sie plagt das Fernweh nach Ihrem liebsten Reiseziel? Zünden Sie einfach ein Räucherkerzchen aus der Weltreise-Kollektion an, schließen Sie die Augen und tauchen Sie ein in die Duftwelten fremder Länder.

Duftique Duftmischung

Frische Düfte für jeden Geschmack

Fruchtige Beeren, tropische Kokosnuss, grüner Apfel oder der köstliche Duft von Erdbeeren und Vanille – im Sortiment von Original Crottendorfer ist für jeden eine passende Sorte dabei.

Wer sich bei all der Duftauswahl nicht entscheiden kann, für den hält Crottendorfer mit Duftique ein tolles Kennenlern-Set bereit – perfekt auch zum Verschenken.

Ganzjährig stilvoll räuchern: Wir haben das passende Werkzeug

Damit das Räuchern auch im Sommer Spaß macht, braucht es natürlich die passende Ausrüstung. Räuchermännchen, die auch außerhalb der Adventszeit eine gute Figur machen, gibt es bei uns zu entdecken – vom lustigen Duftzwerg über das Crottendorfer Ziegenbein bis hin zum süßen Räucherhaus.

Wer es etwas schlichter mag, für den sind die Crottendorfer Räucherfässer eine tolle Alternative zum klassischen Räuchermännchen.

Mei Arzgebirg, wie bist du schie: Anton Günther, Portrait eines Erzgebirgischen Dichters

Baum auf Lichtung im Erzgebirge

Der Vatertag steht kurz bevor – und wir möchten ihn in diesem Jahr einem ganz besonderen Mann widmen: dem Volksdichter und Sänger Anton Günther. In seinen Liedern spiegelt sich die Schönheit der erzgebirgischen Natur und Lebensart. Und seine Werke gehörenzum Erzgebirge wie Bergmann und Schwibbogen.

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Mei Arzgebirg, wie bist du schie: Anton Günther, Portrait eines Erzgebirgischen Dichters

Baum auf Lichtung im Erzgebirge
Baum auf Lichtung im Erzgebirge

Am Donnerstag ist Vatertag – oder Männertag, wie man ihn in unserer Region eher nennt. Wir möchten diesen besonderen Tag zum Anlass nehmen, um vom Leben und Wirken eines ganz besonderen Mannes zu berichten. Eine Persönlichkeit, die die Kultur des Erzgebirges mit ihren Werken maßgeblich geprägt und die Schönheit unserer Region hinaus in die Welt getragen hat: der Volksdichter und Sänger Anton Günther.

Heute gehören die Werke von Anton Günther zur Erzgebirgischen Kultur wie Bergmann und Schwibbogen. In jungen Jahren wollte der berühmte Liedermacher aber lieber Förster werden, denn die erzgebirgischen Wälder, in denen er während seiner Kindheit viel Zeit verbrachte, weckten in ihm eine starke Liebe und Nähe zur Natur.

Im Jahr 1876 geboren und nahe des Keilbergs in Gottesgab (heute Boží Dar) aufgewachsen, kam der junge Anton Günther natürlich früh mit Musik in Berührung  – insbesondere durch seinen Vater, für den das Musizieren in Gesellschaft ein kleines Zubrot darstellte.

Vergass dei Haamit net: Die Erfindung der Liedpostkarte

Wald im Erzgebirge

Seinem Zeichentalent hatte Anton Günther es zu verdanken, dass er eine Lehre zum Lithografen absolvieren und ab 1895 im schönen Prag leben konnte. Doch die Sehnsucht nach der Heimat war groß – und machte ihn zum Dichter. Gemeinsam mit anderen aus dem Erzgebirge stammenden Menschen traf er sich regelmäßig zum Singen und Musizieren. Begleitet wurden die selbst geschriebenen Lieder auf der Gitarre.

In dieser Zeit entstand mit „Drham is‘ drham“ (= Daheim ist daheim) eine der bekanntesten Dichtungen Günthers. Dass sich das Lied so großer Beliebtheit erfreute, brachte Günther auf eine Idee: Statt den Text immer wieder abzuschreiben, um ihn weiterzugeben, zeichnete er ihn auf Lithografie-Stein und ließ das Ergebnis drucken – die erste Liedpostkarte war geboren.

Im Jahr 1901 kehrte Anton Günther zurück nach Gottesgab, um sich nach dem Tod seines Vaters um seine Geschwister zu kümmern. Dort angekommen, verdiente auch er sich mit Auftritten als Sänger und Musiker etwas dazu – denn die kleine Landwirtschaft reichte nur schwerlich zum Überleben. Auch der Verkauf der Liedpostkarten brachte der Familie zu diesem Zeitpunkt bereits die eine oder andere Mark ein.

Bleib’n mr noch a weng do: Die Zeit der großen Erfolge

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war das Erzgebirge eine ausgesprochen beliebte Urlaubsregion. In den vollen Gaststätten sorgte Günther abends mit seinen Liedern für Unterhaltung – und hatte damit immer größeren Erfolg. Besungen wurde alles, was es über das Erzgebirge zu berichten gab – vom Schwamme-Sammeln über die Winterfreuden der Schneeschuhfahrer bis hin zur seligen Weihnachtszeit mit ihren vielen traditionellen Bräuchen. Vermutlich war es gerade diese Besinnung auf die freudebringenden Kleinigkeiten ihrer Welt, mit denen der Musiker die Menschen in seinen Bann zog.

Nach dem ersten Weltkrieg, den er als österreichischer Soldat an der serbischen Front miterlebte, waren die Lieder Anton Günthers beliebter denn je: Bei Auftritten in Berlin, Wien und Dresden begeisterte er auch das Publikum jenseits des Erzgebirges mit seiner Dichtung. Zu Hause konnte man die Lieder Anton Günters dank der Schellack-Schalplatten nun ebenfalls in voller Länge hören.

Der aufstrebende Nationalsozialismus ließ Günther zunehmend schwermütiger werden. Am 29. April 1937 nahm er sich schließlich das Leben. Auf seinem letzten Weg begleiteten ihn tausende Menschen, während mit dem Feierohmd-Lied eines seiner bekanntesten Werke erklang.

‘S hot jeder sei Freid: Anton Günther in der zeitgenössischen Kultur des Erzgebirges

Räuchermann Anton Günther

Zuerst lebten Anton Günthers Liebe zur Musik und zum Erzgebirge vor allem in seinem Sohn Erwin fort. Als Mundartsprecher des Volkskunst-Ensembles „Heiteres Erzgebirge“ trat er in die Fußstapfen seines Vaters und beteiligte sich außerdem maßgeblich daran, die Werke Günthers zusammenzutragen.

Von insgesamt ca. 140 überlieferten Liedern (davon 86 als Einheit von Text, Notensatz und Zeichnung) sind viele auch heute noch fester Bestandteil des erzgebirgischen Liederschatzes. Wer während des Männertags-Ausflugs mit der Musik Anton Günthers für traditionelle Unterhaltung sorgen will, findet viele seiner Werke mittlerweile sogar auf den bekannten Streaming-Plattformen.

Das Lebenswerk Anton Günthers würdigt man im Erzgebirge auf vielfältige Weise: Überall in den Städten und Wäldern verstreut finden sich Gedenksteine, die an den beliebten Künstler erinnern. Beim jährlichen Anton-Günther-Singen in Weipert werden die schönsten Lieder von Musikern der Region vorgetragen. Und natürlich befasst sich auch die Erzgebirgische Holzkunst mit ihm. Der Holzkunst-Hersteller KWO fertigt zum Beispiel einen Räuchermann, der ihm optisch bis ins Detail nachempfunden ist. Natürlich ist diese Figur auch in unserem Online-Shop erhältlich.

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