Echt Erzgebirge!
Der Blog rund um Volkskunst, Tradition und die typisch erzgebirgische Lebensart

Wir lieben das Erzgebirge – mit all seinen Schönheiten und Eigenarten. In unserem Blog plaudern wir ein wenig aus dem Räucherhäuschen und teilen unser Wissen rund um Volkskunst, Mundart und Brauchtum.

Kunsthandwerk im Erzgebirge – Teil 3: Erzgebirgische Schnitzkunst

Schäfer und Schafe geschnitzte Holzfiguren

Schon die erzgebirgischen Bergleute nahmen nach Feierabend das Schnitzeisen in die Hand. Damals wie heute werden im Erzgebirge Holzfiguren in verschiedensten Dimensionen geschnitzt.

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Kunsthandwerk im Erzgebirge – Teil 3: Erzgebirgische Schnitzkunst

Schäfer und Schafe geschnitzte Holzfiguren
Schäfer und Schafe geschnitzte Holzfiguren

Das Kunsthandwerk mit der wohl bedeutendsten Tradition im Erzgebirge ist das Holzschnitzen. Schon seit vielen hundert Jahren nutzt man hierzulande Eisen und Schnitzmesser, um hölzerne Figuren herzustellen. Und auch heute entstehen in den erzgebirgischen Holzschnitzereien noch einzigartige Kunstwerke mit einem ganz besonderen Charme.

Wir sind begeistert von den filigranen Schönheiten, die erfahrene Schnitzkünstler wie von Zauberhand aus einem einfachen Stück Holz zu formen vermögen – und haben uns deshalb einmal genauer mit der langen Tradition des Schnitzens im Erzgebirge beschäftigt.

Schnitzen im Erzgebirge: Ein Handwerk mit Geschichte

Für die erzgebirgischen Bergleute war das Schnitzen schon immer mehr als ein Zeitvertreib nach Feierabend. Mit dem Schnitzmesser verewigten sie ihre Erlebnisse auf geschickte Weise in Holz. Als der Bergbau mehr und mehr an wirtschaftlicher Bedeutung verlor, wurde aus der Freizeitbeschäftigung ein wichtiger Broterwerb für die Menschen im Erzgebirge.

Weil Holz in großen Mengen vorhanden und schnell zu beschaffen war, entwickelte sich das Schnitzen schnell zu einem bedeutenden Erwerbszweig. Berufsgruppen, die eng mit dem Schnitzhandwerk in Verbindung standen, waren die Löffelmacher, Span­schachtel­macher und Kübler.

Obwohl heute auch CAD-gesteuerte Kopierfräsern das Werk des Schnitzers verrichten können, wird im Erzgebirge nach wie vor fleißig geschnitzt. Neben den professionellen Schnitzwerkstätten gibt es zahlreiche Vereine und Schnitzergruppen, die die Tradition der anspruchsvollen Handwerkskunst pflegen und fortführen.

Mit diesen Werkzeugen wird traditionsgemäß geschnitzt

Vorab ein paar allgemeine Worte zum Begriff des Schnitzens: Damit wird ein kerbendes und spanabhebendes Handwerk bezeichnet, bei dem man durch kontinuierliches Entfernen des Materials vom Rohling ein Werkstück modelliert. Die Fertigungsart zeigt sich an typischen kleinen Abdrücken im Werkstück. Nicht nur kunstvolle Figuren und Reliefs, auch Gegenstände des täglichen Bedarfs können so hergestellt werden.

Schnitzwerkzeuge

Als Rohling nutzen Berufsschnitzer heute meist vorgefräste Holzstücke, die sogenannten Schnitzrohlinge. Diese werden mit Schnitzeisen aus kohlenstoffhaltigem Stahl bearbeitet. Schnitzeisen gibt es in den verschiedensten Ausführungen:

  • Flacheisen (Schnitzeisen mit leichter Höhlung) zum Schnitzen von Flächen und Rundungen
  • Balleisen (Schnitzeisen mit flacher, gerader Schneide) zur Erzeugung von Rundungen
  • Hohleisen (Schnitzeisen mit starker Höhlung) für Vertiefungen
  • Bohrer (Hohleisen mit besonders starker, U-förmiger Höhlung) für Löcher und zum Entfernen größerer Materialmengen
  • V-förmige Eisen (auch Geißfuß genannt) für Strukturen und gerade Kanten
  • Blumeneisen (mit verjüngter Klingenbreite) für kleine Vertiefungen

Für größere Schnitzprojekte kommen zusätzlich Hammer mit rundem Kopf zum Einsatz. Diese werden gebraucht, um die nötige Kraft zum Abtragen des Holzes aufbringen zu können.

Damit beim Schnitzen keine Missgeschicke oder gar Unfälle passieren, ist die richtige Fixierung des Werkstücks das A und O. Die zur Herstellung von Reliefs benötigten Holzplatten werden in der Regel verschraubt oder in einem Rahmen verkeilt. Für Figuren nutzen Schnitzer einen Schnitzgalgen (= zwei Harthölzer mit beweglichem Gelenk) und spannen diesen an der Hobelbank ein. Das Werkstück wird dann mit einer Figurenschraube am Schnitzgalgen fixiert.

Kleine Figuren werden oft in der Hand oder auf dem Oberschenkel geschnitzt – hierfür braucht man aber besonders viel Erfahrung, denn die Verletzungsgefahr beim Gebrauch der scharfen Schnitzwerkzeuge ist nicht zu verachten.

Schnitzen mal anders: Eine besondere (und noch recht junge) Spielart des Handwerks ist das Kettensägenschnitzen. Die Kettensäge wird dabei als überdimensionaler Schnitzhobel benutzt – ein beeindruckender Prozess, den man oft auch in Schauvorführungen hautnah miterleben kann. Eine ganze Ausstellung von Kettensägenkunst gibt es im erzgebirgischen Blockhausen zu bewundern.

Das richtige Holz für Schnitzarbeiten

Heimische Hölzer wie Linde und Buchsbaum eignen sich aufgrund ihrer Kurzfaserigkeit und Homogenität hervorragend zum Schnitzen. Aber auch Ahorn, diverse Kiefern- und Obsthölzer sind gute Schnitzhölzer.

Um die Reißneigung des Holzes zu minimieren, sollte das verwendete Holz gut durchgetrocknet sein.

Räuchermann Schnitzer

Schnitzen in der Erzgebirgischen Volkskunst

In den meisten erzgebirgischen Holzmanufakturen wird heute mehr gedrechselt als geschnitzt – denn das Schnitzen ist ein besonders aufwendiges Handwerk. Nichtsdestotrotz genießt die Schnitzkunst im Erzgebirge nach wie vor ein hohes Ansehen. Pyramiden und Schwibbögen sind häufig mit geschnitzten Tierfiguren bestückt, viele namhafte Holzkunst-Hersteller wie KWO und Christian Ulbricht haben dem Handwerk sogar eine eigene Räucherfigur gewidmet. Und natürlich findet sich der Schnitzmeister auch auf dem bekanntesten erzgebirgischen Schwibbogen-Motiv.

Mei Arzgebirg, wie bist du schie: Anton Günther, Portrait eines Erzgebirgischen Dichters

Baum auf Lichtung im Erzgebirge

Der Vatertag steht kurz bevor – und wir möchten ihn in diesem Jahr einem ganz besonderen Mann widmen: dem Volksdichter und Sänger Anton Günther. In seinen Liedern spiegelt sich die Schönheit der erzgebirgischen Natur und Lebensart. Und seine Werke gehörenzum Erzgebirge wie Bergmann und Schwibbogen.

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Mei Arzgebirg, wie bist du schie: Anton Günther, Portrait eines Erzgebirgischen Dichters

Baum auf Lichtung im Erzgebirge
Baum auf Lichtung im Erzgebirge

Am Donnerstag ist Vatertag – oder Männertag, wie man ihn in unserer Region eher nennt. Wir möchten diesen besonderen Tag zum Anlass nehmen, um vom Leben und Wirken eines ganz besonderen Mannes zu berichten. Eine Persönlichkeit, die die Kultur des Erzgebirges mit ihren Werken maßgeblich geprägt und die Schönheit unserer Region hinaus in die Welt getragen hat: der Volksdichter und Sänger Anton Günther.

Heute gehören die Werke von Anton Günther zur Erzgebirgischen Kultur wie Bergmann und Schwibbogen. In jungen Jahren wollte der berühmte Liedermacher aber lieber Förster werden, denn die erzgebirgischen Wälder, in denen er während seiner Kindheit viel Zeit verbrachte, weckten in ihm eine starke Liebe und Nähe zur Natur.

Im Jahr 1876 geboren und nahe des Keilbergs in Gottesgab (heute Boží Dar) aufgewachsen, kam der junge Anton Günther natürlich früh mit Musik in Berührung  – insbesondere durch seinen Vater, für den das Musizieren in Gesellschaft ein kleines Zubrot darstellte.

Vergass dei Haamit net: Die Erfindung der Liedpostkarte

Wald im Erzgebirge

Seinem Zeichentalent hatte Anton Günther es zu verdanken, dass er eine Lehre zum Lithografen absolvieren und ab 1895 im schönen Prag leben konnte. Doch die Sehnsucht nach der Heimat war groß – und machte ihn zum Dichter. Gemeinsam mit anderen aus dem Erzgebirge stammenden Menschen traf er sich regelmäßig zum Singen und Musizieren. Begleitet wurden die selbst geschriebenen Lieder auf der Gitarre.

In dieser Zeit entstand mit „Drham is‘ drham“ (= Daheim ist daheim) eine der bekanntesten Dichtungen Günthers. Dass sich das Lied so großer Beliebtheit erfreute, brachte Günther auf eine Idee: Statt den Text immer wieder abzuschreiben, um ihn weiterzugeben, zeichnete er ihn auf Lithografie-Stein und ließ das Ergebnis drucken – die erste Liedpostkarte war geboren.

Im Jahr 1901 kehrte Anton Günther zurück nach Gottesgab, um sich nach dem Tod seines Vaters um seine Geschwister zu kümmern. Dort angekommen, verdiente auch er sich mit Auftritten als Sänger und Musiker etwas dazu – denn die kleine Landwirtschaft reichte nur schwerlich zum Überleben. Auch der Verkauf der Liedpostkarten brachte der Familie zu diesem Zeitpunkt bereits die eine oder andere Mark ein.

Bleib’n mr noch a weng do: Die Zeit der großen Erfolge

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war das Erzgebirge eine ausgesprochen beliebte Urlaubsregion. In den vollen Gaststätten sorgte Günther abends mit seinen Liedern für Unterhaltung – und hatte damit immer größeren Erfolg. Besungen wurde alles, was es über das Erzgebirge zu berichten gab – vom Schwamme-Sammeln über die Winterfreuden der Schneeschuhfahrer bis hin zur seligen Weihnachtszeit mit ihren vielen traditionellen Bräuchen. Vermutlich war es gerade diese Besinnung auf die freudebringenden Kleinigkeiten ihrer Welt, mit denen der Musiker die Menschen in seinen Bann zog.

Nach dem ersten Weltkrieg, den er als österreichischer Soldat an der serbischen Front miterlebte, waren die Lieder Anton Günthers beliebter denn je: Bei Auftritten in Berlin, Wien und Dresden begeisterte er auch das Publikum jenseits des Erzgebirges mit seiner Dichtung. Zu Hause konnte man die Lieder Anton Günters dank der Schellack-Schalplatten nun ebenfalls in voller Länge hören.

Der aufstrebende Nationalsozialismus ließ Günther zunehmend schwermütiger werden. Am 29. April 1937 nahm er sich schließlich das Leben. Auf seinem letzten Weg begleiteten ihn tausende Menschen, während mit dem Feierohmd-Lied eines seiner bekanntesten Werke erklang.

‘S hot jeder sei Freid: Anton Günther in der zeitgenössischen Kultur des Erzgebirges

Räuchermann Anton Günther

Zuerst lebten Anton Günthers Liebe zur Musik und zum Erzgebirge vor allem in seinem Sohn Erwin fort. Als Mundartsprecher des Volkskunst-Ensembles „Heiteres Erzgebirge“ trat er in die Fußstapfen seines Vaters und beteiligte sich außerdem maßgeblich daran, die Werke Günthers zusammenzutragen.

Von insgesamt ca. 140 überlieferten Liedern (davon 86 als Einheit von Text, Notensatz und Zeichnung) sind viele auch heute noch fester Bestandteil des erzgebirgischen Liederschatzes. Wer während des Männertags-Ausflugs mit der Musik Anton Günthers für traditionelle Unterhaltung sorgen will, findet viele seiner Werke mittlerweile sogar auf den bekannten Streaming-Plattformen.

Das Lebenswerk Anton Günthers würdigt man im Erzgebirge auf vielfältige Weise: Überall in den Städten und Wäldern verstreut finden sich Gedenksteine, die an den beliebten Künstler erinnern. Beim jährlichen Anton-Günther-Singen in Weipert werden die schönsten Lieder von Musikern der Region vorgetragen. Und natürlich befasst sich auch die Erzgebirgische Holzkunst mit ihm. Der Holzkunst-Hersteller KWO fertigt zum Beispiel einen Räuchermann, der ihm optisch bis ins Detail nachempfunden ist. Natürlich ist diese Figur auch in unserem Online-Shop erhältlich.

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Danke, Mama! Vier einzigartige Geschenkideen für den Muttertag

Herzen aus Papier

Am Sonntag ist Muttertag! Wer seiner Mama, Schwiegermama oder Oma in diesem Jahr auf besondere Weise Danke sagen möchte, liegt mit Holzkunst aus dem Erzgebirge genau richtig. Bei uns finden Sie Klassiker und moderne Kreationen, die Mutterherzen höherschlagen lassen.

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Danke, Mama! Vier einzigartige Geschenkideen für den Muttertag

Herzen aus Papier

Am 10. Mai ist Muttertag – und damit der perfekte Anlass, um seiner lieben Mama, Schwiegermama oder Oma mit einem Präsent Danke zu sagen. Die aktuelle Situation macht es vielen Familien leider unmöglich, sich an diesem besonderen Tag persönlich in die Arme zu schließen. Kleine Gesten, die den Liebsten ein Lächeln ins Gesicht zaubern, sind in diesen Zeiten umso bedeutsamer.

Wer nach einem außergewöhnlichen Muttertagsgeschenk sucht, das garantiert gut ankommt und nicht in Vergessenheit gerät, ist in unserem Online-Shop für Erzgebirgische Volkskunst genau richtig. Denn bei uns finden Sie viele kleine und große Aufmerksamkeiten, die Mutterherzen höherschlagen lassen.

Noch schöner als Blumen: Unsere Geschenkideen für den Muttertag

Klassisch, verspielt oder modern? Wir haben für jede Mutter passendes Präsent im Sortiment. Unsere liebsten Geschenkideen aus den Manufakturen des Erzgebirges möchten wir Ihnen heute vorstellen – lassen Sie sich inspirieren!

Schutzengel mit Herz

Geschenke mit Herz: Schutzengel von Günter Reichel

Für ein Kind ist die eigene Mutter ein echter Engel – sie spendet Trost, schenkt Sicherheit und bedingungslose Liebe. Mit den Schutzengeln aus der Manufaktur Günter Reichel können Sie Ihrer Mutter ein Stück dieser Zuneigung zurückgeben.

Die verspielten Engel mit dem süßen Gesicht gibt es in verschieden Größen und Ausführungen. Dank ihres kindlichen Charmes und den frischen Farben passen sie zu jedem Einrichtungsstil – perfekt als liebevolle Aufmerksamkeit für den Muttertag.

Unser Liebling für den Muttertag: der goldige Schutzengel mit einem großen Herz in den Händen.

Schutzengel von Günter Reichel entdecken »

Madonna mit Kind Wendt & Kühn

Zeitlos schön: Madonnen von Wendt & Kühn

Im Christentum symbolisiert die Madonna bedingungslose, reine Mutterliebe. Die Erzgebirgische Volkskunst greift das Motiv im Rahmen weihnachtlicher Darstellungen häufig auf – so auch die Kunsthandwerk-Manufaktur Wendt & Kühn.

Die reich bemalte Madonna mit Kind fügt sich harmonisch in den typischen Figurenstil des weltweit bekannten Herstellers ein und kann dank ihres zeitlosen Designs nicht nur in der Weihnachtszeit aufgestellt werden.

Weitere Figuren von Wendt & Kühn »

Räucherschnecke mit Herz

Liebe geht durch die Nase: Räucherschnecken von Kuhnert

Das Räuchermännchen gehört zu den absoluten Klassikern der Erzgebirgischen Holzkunst. Viele wollennauch während der Sommermonate nicht aufs Räuchern verzichten. Deshalb gibt es neben klassisch weihnachtlichen Männchen auch immer mehr Varianten, die das ganze Jahr über eine gute Figur machen.

Das perfekte Geschenk für alle Räucherfans unter den Mamas: die süßen Schnecken aus dem Hause Kuhnert. Ihr humorvolles Design und das freundliche Gesicht machen sie zum echten Blickfang und zaubern nicht nur Müttern ein Lächeln ins Gesicht.

Räucherkerzen in klassischen und außergewöhnlichen Duftrichtungen finden Sie natürlich ebenfalls in unserem Online-Shop für Erzgebirgische Volkskunst.

Zu unseren Crottendorfer Räucherkerzen »

Spieluhr Wendt & Kühn

Muttertagständchen mal anders: Spieluhren von Wendt & Kühn

Mit den Spieluhren von Wendt & Kühn treffen Sie am Muttertag ganz sicher den richtigen Ton! Die in liebevoller Handarbeit hergestellten Dosen lassen zauberhafte Melodien erklingen und sorgen so für unvergessliche Momente, die ans Herz gehen.

Spieluhren von Wendt & Kühn gibt es in verschiedenen Designs und Klangvarianten.  

In unserem Online-Shop für Erzgebirgische Volkskunst finden Sie noch viele weitere kleine und große Aufmerksamkeiten für den Muttertag! 

Alle Geschenkideen für den Muttertag auf einen Blick »

Tradition trifft Moderne: Erzgebirgische Volkskunst von Günter Reichel & Björn Köhler

Schutzengel mit Schirmen

Erzgebirgisches Kunsthandwerk muss nicht immer traditionell sein – das beweist die moderne Holzkunst von Günter Reichel und Björn Köhler. Mit außergewöhnlicher Formensprache und jungen Designs bringen diese beiden Hersteller frischen Wind in die Welt der Erzgebirgischen Volkskunst.

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Tradition trifft Moderne: Erzgebirgische Volkskunst von Günter Reichel & Björn Köhler

Schutzengel mit Schirmen
Schutzengel mit Blumen

Die Erzgebirgische Volkskunst blickt auf eine lange Geschichte zurück. Seit mehreren Jahrhunderten wird im Erzgebirge geschnitzt, geklöppelt und gedrechselt. Weltweite Berühmtheit erlangte die Holzkunst mit klassischen Figuren, wie sie in den Manufakturen von Blank oder Wendt & Kühn hergestellt werden.

Doch das Handwerk im Erzgebirge steht keinesfalls still – in den vergangenen Jahren haben sich auch Hersteller am Markt etabliert, die die erzgebirgische Holzkunst neu interpretieren und klassische Motive ins Moderne übertragen.

Zwei dieser Hersteller sind Günter Reichel und Björn Köhler. Wir möchten heute einen genaueren Blick in die Manufakturen der beiden Kunsthandwerksbetriebe werfen.

Figuren von Günter Reichel: Kunsthandwerk mit kindlichem Charme

Schutzengel mit Herz

Die Manufaktur Günter Reichel gibt es seit mehr als 30 Jahren. Hier, im erzgebirgischen Pobershau, entsteht einzigartige Poesie aus Holz, in der Tradition und Moderne perfekt zusammenfinden.

Die gedrechselten Holzfiguren besitzen ein unverwechselbares Gesicht, das zeitlos und jugendlich zugleich ist. Die runden Grundformen, aus denen die Figuren gefertigt werden, verleihen ihnen eine kindliche Unschuld und Sorglosigkeit. Fröhliche Farben sind charakteristisch für die Kollektionen von Günter Reichel.

Die wohl beliebteste Figuren-Kollektion der Schutzengel® von Günter Reichel. Ihn gibt es in verschiedenen Größen und Ausführungen. Einzig die kleinen goldenen Flügelchen und das süße Lächeln haben alle Schutzengel gemein.

Schutzengel, Baumbehang & Schwibbögen: Vielfalt für jeden Anlass

Nicht nur himmlische und weihnachtliche Figuren gehören zum Sortiment von Günter Reichel. Auch wer nach passendem Schmuck für die Osterzeit oder einem individuellen Geschenk für Geburtstag, Schulanfang, Jubiläum oder Valentinstag sucht, wird hier fündig. Größere Erzeugnisse wie Schwibbögen und Schwibbögen sind ebenfalls Teil des Sortiments.

Alle Produkte von Günter Reichel auf einen Blick:

Glücksbär mit Laufrad

Das Wesentliche zählt: Minimalistische Figuren von Björn Köhler

Minimalistisches Kunsthandwerk liegt voll im Trend – und damit auch die außergewöhnlichen Holzfiguren von Björn Köhler. Die Figuren aus der Manufaktur im erzgebirgischen Eppendorf unterscheiden sich ganz erheblich vom traditionellen Formenschatz erzgebirgischer Volkskunst. Ihr Design ist reduziert, ohne dabei an Individualität und Eleganz zu verlieren.

Christi Geburt

Ein wichtiger Teil der Handschrift von Björn Köhler: Die meisten der Kunstwerke besitzen (von der oft genutzten roten Nase einmal abgesehen) keine oder nur sehr schlichte Gesichtszüge. Weniger ausdrucksstark macht das die Holzfiguren aber nicht – ganz im Gegenteil. Ihr stilisiertes Erscheinungsbild schenkt ihnen etwas Geheimnisvolles und Unkonventionelles. Belohnt wurde das berührende Design des Herstellers unter anderem Mit dem Designpreis des Verbands erzgebirgischer Kunsthandwerker.

Eine Besonderheit der Produkte von Björn Köhler sind die liebevoll gestalteten Zubehörteile, mit deren Hilfe sich einzigartige Szenen kreieren lassen. Aus geometrisch geformten Kulissen und stilgetreuen Pflanzen entstehen wundervolle Szenen für die persönliche Figurensammlung.

Mit Sorgfalt zur Perfektion: So entstehen Weihnachtsmänner, Eierköpfe und Gratulanten

Weihnachtsmann mit Kontrabass

Kunsthandwerk wird in der Manufaktur von Björn Köhler wörtlich genommen. Hier werden die Figuren vorwiegend in liebevoller Handarbeit gefertigt – von der ersten Skizze bis zum letzten Detail.

Mit dem zeichnerischen Entwurf einer neuen Figurenkreation beginnt der Zauber in der Manufaktur. Ist dieser perfektioniert, kommen sogfältig getrocknete heimische Hölzer zum Einsatz, um die Skizze in eine reale Figur zu verwandeln. Der Zuschnitt der Holzkanteln, das Aussägen der Konturen, das Formen der einzelnen Komponenten an der Drechselbank – all das passiert in der Manufaktur von Hand. Und auch das Zusammenfügen, Beizen, Lasieren, Schleifen und Lackieren verlangt nach meisterhaftem handwerklichem Geschick.

Ein besonderes Highlight der Produkte von Björn Köhler ist der herrlich coole Weihnachtsmann, der gern mit Sonnenbrille, Motorrad und anderen unkonventionellen Accessoires gesehen wird.

Zum Sortiment der Manufaktur Björn Köhler gehören folgende Kreationen:

Die nächste Generation Erzgebirgischer Volkskunst: Jetzt im Online-Shop kaufen

Ob die verspielten Figuren von Günter Reichel oder die frische Designsprache Björn Köhlers – in unserem Online-Shop für erzgebirgische Volkskunst finden Sie die ganze Vielfalt moderner Holzkreationen.

Kleine Engel, große Frauen: Die Erfolgsgeschichte von Margarete Wendt & Olly Kühn

Grünhainicher Engel

Seit mehr als 100 Jahren kennt man den Namen Wendt & Kühn als Hersteller gedrechselter Engelsfiguren auf der ganzen Welt. Ihren Anfang nahm die himmlische Tradition mit zwei Frauen, die ihrer Zeit weit voraus waren. Ihre Geschichte ist so einzigartig wie jede der Figuren, die noch heute von Hand in der Manufaktur in Grünhainichen bemalt werden.

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Kleine Engel, große Frauen: Die Erfolgsgeschichte von Margarete Wendt & Olly Kühn

Grünhainicher Engel

Frauen, die ein Unternehmen führen – jüngsten Statistiken zufolge sind sie in Deutschland nach wie vor deutlich in der Unterzahl. Bei uns im Erzgebirge ist aber schon immer alles ein wenig anders gewesen. Und so überrascht es kaum, dass es zwei Frauen waren, die mit der weltweit bekannten Volkskunst-Manufaktur Wendt & Kühn eines der erfolgreichsten Unternehmen unserer Region gründeten.

Wir haben uns auf die Spur des erzgebirgischen Traditionsbetriebs begeben – und konnten in seiner Historie neben den beiden Gründerinnen noch weitere Protagonistinnen entdecken.

Zwei Frauen, eine Idee: Die Geburt und Kinderjahre von Wendt & Kühn

Im Jahr 1887 geboren, war Margarete „Grete“ Wendt, Tochter des Direktors der Staatlichen Spielwaren- und Gewerbeschule in Grünhainichen, schon als Kind mit den Abläufen des Drechselns und der Kunst der Holzbearbeitung vertraut. Als eine der ersten Frauen studierte sie von 1907 bis 1911 in der allgemeinen Schülerinnenabteilung an der Königlichen Kunstgewerbeschule in Dresden – noch ein Jahr früher wäre das nicht möglich gewesen.

Offiziell beginnt die Geschichte von Wendt & Kühn am 1. Oktober 1915 – dem Tag, an dem Grete Wendt und ihre Studienfreundin, die Architektentochter Margarete „Grete“ Kühn, ihren eigenen Betrieb ins Leben riefen. Die Idee hinter dem Unternehmen hatte es aber schon weitaus länger gegeben: Bereits im Jahr 1913 entwarf Grete Wendt eine Figurenserie namens Beerenkinder, die sie wenig später auf der Weltausstellung in Köln vorstellte. Stilbildend für die späteren Figuren war auch der 28er-Engel, den Wendt ihrem Bruder als Aufmerksamkeit zu Weihnachten an die Front schickte. Auch heute, mehr als 100 Jahre später, wird diese Figur noch in Grünhainichen hergestellt.

Bereits im Jahr nach der Unternehmensgründung präsentierten sich Wendt & Kühn mit ihren Produkten auf der Leipziger Messe – und zwar mit großem Erfolg. Aufgrund des Ersten Weltkriegs blieb die Auftragslage aber nicht lange so günstig. Über mehrere Jahre hinweg lag der Fokus des Betriebs tragischerweise vor allem auf der Fertigung von Grabmalen und Grabkreuzen.

Ein neues Gesicht, das Engelsgeschichte schreiben sollte: Olly Wendt wird Gestalterin bei Wendt & Kühn

Margeritenengel

Im Jahr 1919 trat Johannes Wendt als Buchhalter in das Unternehmen ein. Ein Jahr nach ihm erschien eine der bedeutendsten Personen der Unternehmensgeschichte in der Manufaktur: Olga „Olly“ Sommer, Absolventin der Dresdener Kunstgewerbeschule. Zuerst übernahm sie vor allem die Aufgaben von Mitgründerin Margarete Kühn. Diese schied mit ihrer Heirat im Jahr 1920 nämlich aus dem Unternehmen, weil eine verheiratete Frau zu dieser Zeit allein nicht geschäftsfähig war. Um eine Übernahme durch Außenstehende zu verhindern, einigten sich beide Frauen darauf, dass Kühn das Unternehmen verließ – Freundinnen blieben sie aber dennoch ein Leben lang.

Als Gestalterin und langjährige Weggefährtin von Grete Wendt prägte Olly Sommers Handschrift das Aussehen der Figuren maßgeblich – von der farbenreichen Gestaltung der Figuren bis hin zum Entwurf der noch heute beliebten Margeritenengel, eine Hommage an ihre baltische Herkunft.

In den folgenden Jahren entstanden zahlreiche neue Figuren. Ein besonderer Meilenstein ereignete sich im Jahr 1925 mit dem Entwurf der ersten Grünhainicher Engel. Dabei handelte es sich um drei Figuren, die Fackel, Geige und Flöte in der Hand hielten. Ihre grünen Flügel mit elf kleinen Punkten sind noch heute markentypisch für die Figuren von Wendt & Kühn.

Himmlisch kreativ und international erfolgreich: Wendt & Kühn erlangt weltweite Bekanntheit

Mehr und mehr bildeten Grete Wendt und Olly Sommer, die im Jahr 1930 Johannes Wendt heiratete, den besonderen Stil heraus, der die Figuren auch heute noch einzigartig macht. Ihr Alleinstellungsmerkmal war vor allem, dass sie aus mehreren Drehformen zusammengesetzt wurden. Anders als die Figuren anderer Hersteller, verfügten sie nicht über flache Brettchenarme, sondern runde Konturen – und wirkten deshalb besonders lebendig.

Ein freudiges Ereignis wurde dem Familienunternehmen noch im selben Jahr beschert: Olly Wendt brachte Zwillinge zur Welt. Freilich wusste damals noch niemand, dass mit Sohn Hans Wendt der zukünftige Unternehmensnachfolger geboren worden war.

Die meisten der mehr als 2.500 Figurenentwürfe, Muster und Zeichnungen entstanden in den 20er- und 30er-Jahren. Bis heute wird dieser Schatz in den Gemäuern der Manufaktur in Grünhainichen bewahrt und behütet. 1937 reiste Grete Wendt mit ihrer Engelgruppe mit Madonna zur Weltausstellung nach Paris – und wurde dort mit der Goldmedaille und dem Grand Prix ausgezeichnet. Dieser Erfolg steigerte die internationale Bekanntheit der Engelmusikanten ganz immens, was Grete und Olly Wendt zugleich als Inspiration für neue Entwürfe nutzten. In dieser Zeit entstanden unter anderem die HolländerFiguren, der Luciazug und die Fischfrauen.

Von Freundschaft und Zusammenhalt: Wendt & Kühn im zweiten Weltkrieg und der DDR

Mit dem zweiten Weltkrieg begannen für das Unternehmen schwere Zeiten. Trotz ihres internationalen Erfolgs standen die zarten Figuren zu stark im Kontrast zum nationalsozialistischen Zeitgeist. Hinzu kam ein zunehmender Mangel an Arbeitskräften und Materialien, der die Produktion erschwerte. Die Folge: Einige Jahre lang wurden in der Manufaktur vor allem Modelle von Schiffen und militärischen Fahrzeugen hergestellt – die direkte Beteiligung an der Rüstungsindustrie konnte glücklicherweise abgewendet werden.

Im September 1945 folgte der wohl härteste Schicksalsschlag des Unternehmens: Johannes Wendt wurde in ein Internierungslager verschleppt und starb wenig später in Tscherepowez.

In den weiteren schwierigen Jahren der Enteignung und Verstaatlichung hielt die Engelfamilie fest zusammen. Die Leitung des Betriebs übergab Grete Wendt im Jahr 1957 vertrauensvoll in die Hände von Sohn Hans, der auch unter der Regierung der SED weiter als Betriebsdirektor im Unternehmen bleiben konnte. Während sich Wendt mehr und mehr aus dem Geschäft zurückzog, blieb Olly Wendt bis ins stolze Alter von 87 Jahren Teil der Manufaktur. Insgesamt verbrachte sie 63 Jahre als Gestalterin im Betrieb. Viele Ihrer Entwürfe sind heute als Exponate in den wichtigsten volkskundlichen und kunstgewerblichen Museen Sachsens zu finden.

Die Tradition lebt weiter: Zeitlose Schätze und frische Ideen bei Wendt & Kühn

Grünhainicher Engel mit Flöte

Heute kennt man das Vermächtnis von Grete Wendt, Grete Kühn und Olly Wendt auf der ganzen Welt. In dritter Generation haben sich Claudia Baer, geb. Wendt, und Dr. Florian Wendt mit der Übernahme der Geschäftsleitung im Jahr 2011 den Grundwerten des Unternehmens verpflichtet. Behutsam und mit traditionsbewusstem Blick entwickeln sie das Figurensortiment weiter.

Damals wie heute werden die Produkte von Wendt & Kühn in liebevoller Handarbeit gefertigt – in demselben Fachwerkhaus, das die Firmengründerinnen kurz nach der Gründung erstanden hatten.

In unserem Online-Shop entdecken Sie die vielfältige Produktauswahl von Wendt  Kühn – vom klassischen Blumenkind bis hin zu modernen Kreationen. Schauen Sie doch mal vorbei und finden Sie Ihre Lieblingsfigur!

Schwibbuung, Peremett und Bargmaa: Das steckt hinter dem traditionellen erzgebirgischen Weihnachtsschmuck

Schwibbogen

Es ist wieder soweit: Der erste Advent naht – und es wird höchste Zeit, Haus und Fenster mit traditionellem Weihnachtsschmuck zu dekorieren. Aber weshalb ist der Schwibbogen eigentlich rund? Und wie kam die Pyramide ausgerechnet ins Erzgebirge? Fragen über Fragen – auf die wir natürlich die Antwort kennen. Was es mit den erzgebirgischen Dekorationen auf sich hat, verraten wir rechtzeitig, bevor die erste Kerze angezündet wird.

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Schwibbuung, Peremett und Bargmaa: Das steckt hinter dem traditionellen erzgebirgischen Weihnachtsschmuck

Schwibbogen

Gahr for Gahr gieht’s zun Advent off‘n Bud‘n nauf: Wenn der erste Schnee fällt, die Fenster hell erleuchtet sind und köstlicher Weihrauchduft den Raum erfüllt, ist sie endlich da – die wunderbare Adventszeit. Bei uns im Erzgebirge sind die Wochen vor dem Weihnachtsfest eine ganz besondere Zeit mit zahlreichen Bräuchen. Zu den bedeutendsten Traditionen zählt das alljährliche Mannle Wecken vor dem ersten Advent. Dabei werden Schwibbögen, Pyramiden, Bergmänner, Engel und natürlich auch das eine oder andere Raachermannl aus der Kiste geholt, um damit Fenster und Wohnung zu dekorieren.

Beim diesjährigen Aufstellen des Weihnachtsschmucks gingen uns ein paar Fragen durch den Kopf. Warum sieht ein Schwibbogen eigentlich so aus, wie er aussieht? Wer hat die Pyramide ins Erzgebirge gebracht? Und wieso stehen in manchen Fenstern gleich drei Bergmänner? Wir vom Erzgebirgshaus haben uns die Geschichte der Erzgebirgischen Volkskunst einmal genauer angeschaut – und dabei allerhand Wissenswertes herausgefunden.

Lichterglanz erhellt die Welt: Der Schwibbogen und seine Entstehung

Schwibbogen

Beinahe alle Traditionen des Erzgebirges lassen sich mit der Geschichte des Bergbaus in Verbindung bringen – so auch der Brauch, einen Schwibbogen ins Fenster zu stellen. Weil die Bergleute nämlich den Großteil ihrer Zeit unter Tage verbrachten, bekamen sie insbesondere in den Wintermonaten kaum Licht zu Gesicht. Deshalb erhellten die Menschen in den erzgebirgischen Dörfern ihre Fenster, um die Bergmänner auf ihrem Arbeitsweg mit dem warmen Glanz des Lichtes zu erfreuen und ihnen den Weg nach Hause zu weisen.

Das Wort Schwibb stammt aus dem Bereich der Architektur. Der Begriff Schwibbogen bezeichnet dort Bauelemente, die ein bogenförmiges Strebewerk bilden. Für die Entstehung der namensgebenden Form des Schwibbogens gibt es verschiedene Theorien. Im Halbrund kann einerseits das Mundloch eines Stollens gesehen werden. Andererseits legen die vorwiegend christlichen Motive der ersten Schwibbögen nahe, dass die Form den Himmelsbogen symbolisieren soll.

Übrigens: Der älteste erhaltene Schwibbogen stammt aus dem Jahr 1740 und wurde (wie beinahe alle vor dem 20. Jahrhundert entstandenen Schwibbogen) aus Metall gefertigt. Heute bestehen Schwibbögen für den Innenraum in der Regel aus Holz und sind nicht mit Kerzen, sondern elektrisch beleuchtet.

360° Weihnachtsglück: Die Pyramide

Sie leuchtet hell, dreht sich um sich selbst und bringt nicht nur Kinderaugen zum Leuchten – die kunstvoll verzierte Weihnachtspyramide gehört in die Adventszeit wie griene Kließ zur Schwammebrieh. Ihre Basis ist eine vier- bis achteckige Grundplatte aus Holz, im Inneren befinden sich geschnitzte oder gedrechselte Figuren. Angetrieben wird die märchenhafte Konstruktion durch an den Außenseiten angebrachte Kerzen, die die umgebende Luft erwärmen. Steigt diese auf, wird das Flügelrad der Pyramide in Bewegung versetzt – und die Faszination beginnt.

Pyramide auf dem Weihnachtsmarkt Annaberg-Buchholz
Pyramide auf dem Weihnachtsmarkt in Annaberg-Buchholz

Ihren Ursprung findet die traditionelle erzgebirgische Holzpyramide in den Lichtergestellen des 18. Jahrhunderts. Dabei handelte es sich um vier zusammengebundenen Stäbe, die mit Zweigen umwunden und mit Lichtern geschmückt wurden. Und wieder einmal waren es die Bergleute aus dem Erzgebirge, die die Form weiterentwickelten. Sie fühlten sich an den Pferdegöpel (= Schachtförderanlage) erinnert und stellten geschnitzte Holzfiguren in das Stabgestell.

Ihren großen Durchbruch erlebte die Pyramide mit der Entdeckung des Paraffins und der daraus resultierenden Massenfertigung von Kerzen. Mit ihnen war endlich ein günstiger Antrieb für die Weihnachtspyramide gefunden.

Heute gibt es Pyramiden in allen erdenklichen Größen – von der einstöckigen Pyramide für den Weihnachtstisch über mehrstöckige Modelle bis hin zur Großpyramide auf dem Marktplatz.

Bergmann und Weihnachtsengel: Symbolfiguren des Erzgebirges

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Engel & Bergmann mit Beleuchtung

Der Steiger kommt – und er hat sein helles Licht bei der Nacht schon angezünd’t. Der Bergmann ist die zentrale Symbolfigur der Erzgebirgischen Volkskunst und findet sich deshalb auf Pyramiden, Schwibbögen und als geschnitzte/gedrechselte Holzfigur. Üblicherweise trägt er weiße Hosen, einen schwarzen Kittel, Latz und Hut. In seinen Händen hält er ein Licht – für die erzgebirgischen Bergleute ein Sinnbild des Lebens.

Eine nicht minder große Symbolkraft besitzt der Lichterengel. Obgleich sein Ursprung religiöser Natur ist, findet man ihn häufig als weibliches Pendant an der Seite des Bergmanns. In seinen Händen hält der Engel zumeist ein oder zwei Lichter, seine Flügel sind kunstvoll verziert.

Süße Tradition: Gibt es bei einer Familie im Erzgebirge Nachwuchs, so erhält das Neugeborene als erste Gabe (je nach Geschlecht) entweder einen Bergmann oder einen Engel. Dieser wird dann ins Fenster gestellt – so kann man im Vorbeigehen sehen, wie viele Kinder eine Familie hat – und wie viele davon Mädchen und Jungen sind.

Erzgebirgische Volkskunst online kaufen: Natürlich im Erzgebirgshaus

Wir wissen jetzt, welche Traditionen sich hinter dem erzgebirgischen Weihnachtsschmuck verstecken – und freuen uns gleich noch viel mehr aufs Dekorieren der Räume und Fenster. Wer beim diesjährigen Schmücken bemerkt hat, dass hier und dort noch echt erzgebirgische Weihnachtsdeko fehlt, der sollte unbedingt in unserem Online-Shop vorbeischauen. Hier wartet eine große Auswahl klassischer und moderner Holzkunst von Wendt & Kühn, Björn Köhler, Blank und Günter Reichel darauf, ihre Umgebung mit ihrem märchenhaften Charme zu verzaubern.