Echt Erzgebirge!
Der Blog rund um Volkskunst, Tradition und die typisch erzgebirgische Lebensart

Wir lieben das Erzgebirge – mit all seinen Schönheiten und Eigenarten. In unserem Blog plaudern wir ein wenig aus dem Räucherhäuschen und teilen unser Wissen rund um Volkskunst, Mundart und Brauchtum.

Typisch Erzgebirgisch: Die beliebtesten Motive der Erzgebirgischen Holzkunst (Teil 1)

Holzfiguren Szene Christi Geburt

Hurra, es ist soweit! Ab dem 23. November dürfen die Räuchermännchen geweckt und das Zuhause weihnachtlich dekoriert werden. Für uns der perfekte Anlass, um die beliebtesten Motive der Erzgebirgischen Volkskunst vorzustellen.

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Typisch Erzgebirgisch: Die beliebtesten Motive der Erzgebirgischen Holzkunst (Teil 1)

Holzfiguren Szene Christi Geburt
Holzfiguren Szene Christi Geburt

Endlich ist es wieder soweit! Schon in wenigen Tagen dürfen das Räuchermännchen und seine Freunde geweckt werden. Und schon bald strahlt im Erzgebirge jedes Haus im Licht der Schwibbögen und Weihnachtssterne. Dabei fällt auf: Einige Motive sieht man besonders oft in den Fenstern erstrahlen.

Wir sind der Sache auf den Grund gegangen und haben uns mit den beliebtesten Szenen der Erzgebirgischen Volkskunst ein bisschen genauer beschäftigt.

Die häufigsten Motive im Erzgebirgischen Kunsthandwerk

Die folgenden vier Motive und Themenwelten finden sich besonders häufig in der Erzgebirgischen Holzkunst wieder:

Zeitlos schön: Das Schwarzenberger Schwibbogen-Motiv

Schwibbogen mit Bergbau-Motiv

Zwei Bergmänner, ein Schnitzer und eine Klöpplerin – das sind die Grundelemente des wohl bekanntesten Schwibbogen-Motivs. Entworfen im Jahr 1937 von der Leipziger Illustratorin Paula Jordan, gewann das Motiv den Wettbewerb der damaligen „Feierobnd-Ausstellung“ in Schwarzenberg und stellt noch heute die am häufigsten in Schwibbögen verarbeitete Szene dar.

Für das Erzgebirge hat das Schwarzenberger Motiv eine ganz besondere Bedeutung: Mit dem Klöppeln, dem Bergbau und der Schnitzkunst sind in ihm drei der wichtigsten Traditionen des Erzgebirges abgebildet. Und so ist es kaum verwunderlich, dass der größte freistehende Schwibbogen der Welt in der Bergstadt Johanngeorgenstadt, das weltbekannte Motiv aufgreift.

Die Seiffener Kirche: Mit acht Ecken zum Wahrzeichen des Kunsthandwerks

Pyramide mit Seiffener Kirche

Kirchen spielen in der Erzgebirgischen Weihnachtskultur eine wichtige Rolle – hier trifft man sich zum Mettenspiel, hier feiert man die Geburt Christi. Eine der außergewöhnlichsten (und deshalb auch bekanntesten) Kirchen des Erzgebirges findet man im Spielzeugdorf Seiffen. Dort steht die beinahe 250 Jahre alte Bergkirche, die sich insbesondere durch ihren achteckigen Grundriss von der Bauart anderer Kirchen abhebt.

Bis ins 19. Jahrhundert nutzten die Seiffener Bergleute die Kirche als Ort für ihre Quar­tals­gottes­dienste. Heute ist sie Pfarrkirche, beliebte Hochzeitskirche – und die am häufigsten in Holz abgebildete Kirche der Welt. Man findet sie auf Schwibbögen, Pyramiden und Spieluhren. Oft wird sie gemeinsam mit einer Gruppe von Kurrende-Sängern dargestellt.

Seiffener Kirchen entdecken »

Naturszenen: Oh Arzgebirg, wie bist du schie!

Schwibbogen Motiv Naturszene

Was gibt es schöneres, als im kalten Winter durch die Landschaften des Erzgebirges zu spazieren und die unberührten Schneedecken und gepuderten Nadelwälder zu bestaunen? Ein leises Knistern im Gehölz verrät, dass nicht alle Tiere Winterschlaf halten – und um ihnen durch die eisige Jahreszeit zu helfen, bestücken Kinder die Futterkrippen des Waldes mit Heu, Kastanien und anderen Leckereien.

Die Natur ist im Erzgebirge ein wichtiges und hoch geschätztes Kulturgut – und nicht zuletzt ist sie auch Quelle zwei der für die Region bedeutsamsten Werkstoffe. Die Wertschätzung von Erz, Holz, Flora und Fauna spiegelt sich auch im Kunsthandwerk des Erzgebirges wider. Naturszenen mit Dam- und Rotwild, verschneite Waldlandschaften und die weitläufigen Wiesen werden nur zu gern in Schwibbögen und verewigt.

In Bethlehem brannte ein Licht: Die Geburt Christi

Holzfiguren Geburtsszene, Jesus, Maria, Josef

Sie ist der eigentliche Grund, weshalb wir Weihnachten feiern – die Geburt Jesu Christi gehört zu den höchsten religiösen Festtagen des Christentums. Die Umstände, unter denen Maria ihn auf die Welt brachte, hätten widriger wohl kaum sein können. Wegen einer Volkszählung unternahm sie mit ihrem Mann Josef eine 150 km lange und beschwerliche Reise von Nazareth nach Bethlehem – und das in hochschwangerem Zustand. Als die Wehen kamen, war keine Herberge zu finden – und Maria blieb nichts anderes übrig, als das Kind in einem Krippenstall zu gebären. Es ist diese Szene, die man heute auf der ganzen Welt kennt: ein auf Stroh gebettetes Kind, das nicht nur von seinen Eltern, sondern auch von Hirten, Tieren und einem hell leuchtenden Stern umgeben ist.

Das Motiv der Geburt findet sich in verschiedensten Darstellungen auf Schwibbögen und Pyramiden. Einige Manufakturen, die sich auf die Herstellung moderner Erzgebirgischer Holzkunst spezialisiert haben, interpretieren die Szene neu und verleihen dem traditionellen Kunsthandwerk so einen jugendlich-frischen Charme.  

Darstellungen von Christi Geburt in der Erzgebirgischen Holzkunst »

Es bleibt himmlisch: Weitere Motive des Erzgebirgischen Kunsthandwerks

Im zweiten Teil unserer kleinen Motiv-Schau erwarten sie weitere himmlische Darstellungen, aber auch urbane und sportliche Szenen. Wer sein zu Hause ab dem 23. November mit einem der beliebtesten Motive schmücken will, findet bei uns das passende weihnachtliche Kunsthandwerk.

Wir wünschen viel Spaß beim Dekorieren!

Besinnlicher Advent: So kommt trotz Lockdown Weihnachtsstimmung auf

Weihnachtsdekoration

Die Weihnachtszeit steht vor der Tür – und auch, wenn in diesem Jahr erschwerte Umstände herrschen, muss dank unserer Grundausstattung für den Advent niemand auf festliche Stimmung verzichten.

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Besinnlicher Advent: So kommt trotz Lockdown Weihnachtsstimmung auf

Weihnachtsdekoration
Weihnachtsdekoration

Die COVID-19-Pandemie hat die Welt weiterhin im Griff – und das wird wohl auch noch eine Weile so bleiben. Zahlreiche Weihnachtsmärkte wurden abgesagt und auch das vorweihnachtliche Feiern mit Freunden und Arbeitskollegen wird in diesem Jahr wohl ausbleiben müssen.

Doch es gibt auch gute Nachrichten: Auch in schwierigen Zeiten wie diesen muss niemand auf eine besinnliche Adventszeit verzichten.

Grundausstattung für den Advent – so wird’s weihnachtlich

Mit den richtigen Dekorationen und vorweihnachtlichen Ritualen verwandeln Sie Ihr Zuhause in ein gemütliches Winterwunderland und bringen nicht nur Kinderaugen zum Leuchten. Zu unserer Grundausstattung gehören:

Lichterglanz erhellt die Nacht: Schwibbogen fürs Fenster

Schwibbogen mit Seiffener Kirche

Der Schwibbogen ist DAS weihnachtliche Dekorationselement der erzgebirgischen Volkskunst. Seit Jahrhunderten erhellt er im Erzgebirge die Fenster – und auch darüber hinaus erfreut er sich mittlerweile großer Beliebtheit. Sein warmes Licht und die filigranen gesägten, gedrechselten oder geschnitzten Motive haben ihn zum Symbol der traditionellen erzgebirgischen Weihnachtskultur gemacht.

Bei uns finden Sie Schwibbögen und Lichterecken in verschiedensten Ausführungen und Designs – vom traditionellen Schwarzenberger Motiv mit Bergmann und Klöpplerin bis hin zur Seiffener Kirche.

Zarter Nebel, köstliche Düfte: Räucherhäuser, Räuchermännchen und Räucherkerzen

Räuchermann Kfz-Mechaniker

Das Schönste am Weihnachtsmarkt sind wohl die betörende Düfte, die er an jeder Ecke in einer anderen Variation offenbart. Aber keine Sorge, auch in diesem Jahr müssen Sie auf den Geruch von Glühwein, Lebkuchen und außergewöhnlichen Gewürzwelten nicht verzichten. Alles, was Sie dafür brauchen, ist eines unserer Räucherhäuser oder Räuchermännchen – und natürlich die passende Füllung!

Modern oder traditionell? Unser Online-Shop für erzgebirgische Holzkunst hält für jeden Geschmack und Einrichtungsstil den passenden qualmenden Gesellen bereit. Klassischer Bergmann, goldige Räucherschnecke oder gar ein Kfz-Mechaniker? Wir haben sie alle!

Räucherfiguren entdecken »

Damit Ihr Räuchermann ordentlich nebeln und herrlichen Duft verbreiten kann, muss er mit einem passenden Räucherkerzchen bestückt werden. Hier scheiden sich die Geister: Die einen lieben den klassischen Weihrauchduft aus dem Hause HUSS oder Crottendorfer, andere experimentieren gern mit exotischen und extravaganten Düften.

Weihnachtsdekoration mit Biss: Nussknacker

Adventszeit ist Nusszeit! Lange wurden die Nikolausstiefel vor allem mit Haselnüssen, Mandeln und Walnüssen gefüllt. Um diese zu knacken, braucht es einen kleinen Helfer, der fest zubeißen kann – den Nussknacker. Sein grimmiges Gesicht, die strenge Uniform und der penibel gezwirbelte Schnauzbart lassen keine Zweifel daran aufkommen, dass er jede Nuss mit Leichtigkeit knackt.

Spätestens seit Tschaikowskis Ballett gehört der Nussknacker zu den Kultfiguren der (Vor-)Weihnachtszeit – und wird daher nur noch selten als Werkzeug genutzt.

Nussknacker in verschiedenen Größen und Designs »

Erst eins, dann zwei, dann drei, dann vier: Adventskränze und Adventsleuchter

Adventskranz

Die vier Sonntage vor dem 24. Dezember werden in den meisten Familien besonders zelebriert. Man backt Plätzchen, genießt den ersten Stollen – und zündet jedes Mal eine weitere Kerze an.

Erfunden wurde der Adventskranz im 19. Jahrhundert vom Erzieher und Begründer der Evangelischen Diakonie Johann Hinrich Wichern. Seine Idee war es, den von ihm betreuten Waisenkindern durch den Adventskranz das Zählen beizubringen und ihnen die noch verbleibende Zeit bis zum Weihnachtsfest anschaulich zu machen – eine Aufgabe, der Adventskranz und Adventsleuchter damals wie heute hervorragend gerecht werden.

Einen ganz ähnlichen Job hat der allseits beliebte Adventskalender. Mit seinen 24 Türchen sorgt er während der Vorweihnachtszeit für kleine Überraschungen – und erheitert so die spannende Zeit bis zum Heiligabend.

In unserem Onlineshop finden Sie außergewöhnliche Adventskalender, bestückt mit köstlichem Tee oder duftenden Räucherkerzen.

Du lieblicher Stern: Herrnhuter Sterne zur Außendekoration

Natürlich wird in der Weihnachtszeit nicht nur drinnen dekoriert – auch im Außenbereich darf es funkeln und strahlen. Perfekt dafür geeignet sind die weltweit bekannten Sterne aus dem Hause Herrnhuter. Mit ihrer charakteristischen Form und dem warmen Licht sind sie ein leuchtendes Symbol für Besinnlichkeit, Freude und Hoffnung – und die können wohl gerade alle gut gebrauchen.

Grüße für die Liebsten: Weihnachtskarten

Weihnachtskarter Glühwein

Große Weihnachtspartys und Familientreffen müssen in diesem Jahr wohl leider ausfallen, denn schließlich will man seine Liebsten nicht unnötig in Gefahr bringen. Sie wissen lassen, dass man sie gernhat und an sie denkt – das geht natürlich trotzdem!

Wer noch nach der passenden Papeterie für liebevolle Weihnachtsgrüße sucht, der wird bei uns garantiert fündig. Neben Karten mit klassischen Weihnachtsmotiven finden Sie bei uns auch humorvolle Postgrüße mit Augenzwinkern.

Zu unseren weihnachtlichen Grußkarten »

Gut gerüstet für die Adventszeit? Erzgebirgische Dekorationen und mehr

Wir lassen uns die Adventszeit auch in schwierigen Zeiten nicht vermiesen. Alles, was es für ein hell erleuchtetes und weihnachtliches Heim braucht, liefern wir Ihnen direkt vor die Haustür.  

Bleiben Sie gesund!
Ihr Team vom Erzgebirgshaus

Kleines Mundart-Lexikon Teil 1: Von A wie Ahlichtln bis K wie Karzl

Mann schnitzt Holzfigur

Erzgebirgisch für Anfänger: Der Dialekt der erzgebirgischen Landsleute ist ein sehr spezieller – und nicht immer ganz einfach zu verstehen. Welche Vokabeln man im Gespräch mit einem echten Erzgebirger beherrschen sollte, erfahren Sie in unserem Mundart-Lexikon.

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Kleines Mundart-Lexikon Teil 1: Von A wie Ahlichtln bis K wie Karzl

Mann schnitzt Holzfigur
Mann schnitzt Holzfigur

Wu de Hasen Hosen haßen un de Hosen Husen haßen… Das Erzgebirge ist nicht nur für seine einzigartige Holzkunst, sondern auch für seinen Dialekt bekannt. Wer das erste Mal auf waschechte Erzgebirger:innen trifft, kann im Gespräch schon mal an seine Grenzen geraten – denn viele Wörter klingen auf Erzgebirgisch einfach völlig anders.

Die Erzgebirger:innnen sind stolz auf ihre Mundart – und dank Dichter wie Anton Günther erlangte sie auch außerhalb der Region Bekanntheit. Wenn Sie sich noch schwer tun, den erzgebirgischen Dialekt zu verstehen, schafft unser kleines Mundart-Lexikon Abhilfe. Wir haben die wichtigsten, wunderlichsten und lustigsten Begriffe aus dem Wortschatz unserer Landsleute zusammengetragen und ins Hochdeutsche übersetzt.

A wie… Ahlichtln

Schwibbogen mit Seiffener Kirche

Unter Ahlichtln verstehen die Erzgebirger:innen das feierliche Einschalten der Weihnachtsbeleuchtung. Traditionell wird mit dem ersten Anschalten die Vorweihnachtszeit eingeläutet – und zwar immer zum ersten Advent.

Nichts zum Ahlichtln zu Hause? In unserem Online-Shop finden Sie eine vielseitige Auswahl an Fensterbeleuchtung und Dekoration – darunter verschiedene Original Erzgebirgische Schwibbögen und natürlich auch den weltweit bekannten Herrnhuter Stern in unterschiedlichen Größen und Farben.

Übrigens: Das A klingt im Erzgebirge eher wie eine Mischung aus A, O und E – und nur, wer den Dialekt wirklich beherrscht, kann diesen Laut lupenrein erzeugen.

B wie… Bliemerant

Wenn es jemandem bliemerant ist, sollte man ihm schnellstmöglich ein Glas Wasser und einen Stuhl reichen. Denn bliemerant bedeutet auf Erzgebirgisch so viel wie schwindlig oder unwohl. Seine Wurzeln hat das erzgebirgische Wort im Französischen bleu mourant, was übersetzt blassblau bedeutet – und damit wohl auf die Gesichtsfarbe der betroffenen Person anspielt.

Weihnachtsbaumverkäufer

C wie… Christbaam

Eine Vokabel, die wohl auch die meisten Nicht-Erzgebirger übersetzen können: Der Weihnachtsbaum heißt von Aue bis Zschopau Christbaam und wird traditionell nicht mit Lametta, sondern mit kleinen Holzfiguren und Strohsternen geschmückt.

Die passende Weihnachtsdekoration für Ihren Christbaum finden Sie bei uns. Zu unserem Baumbehang-Sortiment gehören unter anderem die beliebten Weihnachtsengel von Wendt & Kühn.

D wie… Drham

Zu Hause ist es am schönsten – das finden auch die Erzgebirger:innen. Nur dass sie eben nicht zu Hause sind, sondern drham. Das Zuhause ist auch in erzgebirgischen Volksliedern und Gedichten häufig Thema – natürlich auch beim bekanntesten Liedermacher Anton Günther, der nach längeren Aufenthalten im Ausland ebenfalls wieder seinen Weg nach Hause ins Erzgebirge fand.

Kloßfrau

E wie… Eigeschnietne

Weggeworfen wird im Erzgebirge nichts – denn schließlich lässt sich auch aus den Resten des bomfortionösen (= üppigen) Mittagessens noch etwas Köstliches zaubern. Übriggebliebene Kartoffeln oder Klöße landen deshalb nicht im Müll, sie werden in Scheiben geschnitten und mit Butterschmalz in der Pfanne gebraten.

Das Ergebnis sind knusprige Eigeschnietne, die dem einen oder anderen sogar besser schmecken als ein frischer Kloß.

F wie… Fei

Des kasste fei net sohng! Die kleine Modalpartikel fei wird von Erzgebirger:innen nur zu gern benutzt. Ihre Bedeutung bewegt sich zwischen tatsächlich, wirklich und der Annahme, dass die angesprochene Person das Gesagte noch nicht weiß. Darüber hinaus wird einer Aussage mittels fei besonderer Nachdruck verliehen. Auch diese erzgebirgische Vokabel wurde aus dem Französischen entlehnt und lässt sich auf das Wort fin zurückführen.

G wie… Gahr

Gahr vor Gahr gieht’s zen Advent… So beginnt das wohl bekannteste Weihnachtslied des Erzgebirges, in dem die wichtigste Symbolfigur der Region besungen wird – die Rede ist vom Raachermannl, dem Räuchermännchen, das jedes Jahr am ersten Adventssonntag aus seinem Winterschlaf geweckt wird. Im Jahr 1830 erstmals erwähnt, ist es heute fester Bestandteil der erzgebirgischen Volkskunst und erfreut Menschen auf der ganzen Welt mit seinem duftenden Nebel.

Räuchermännchen und die passenden Räucherkerzen von Markenherstellern wie Huss, Crottendorfer und KNOX gibt es natürlich bei uns. Wir führen klassische Figuren, aber auch moderne Varianten.

Schloss Schwarzenberg

H wie… Haamit(land)

Vergass dei Haamit net! Zur Heimat pflegen die Erzgebirger:innen eine ganz besondere Liebe. Nicht nur mit der beeindruckenden Flora und Fauna der Region, auch mit ihrer Sprache und Kultur sind die Menschen im Erzgebirge besonders eng verwachsen – und bleiben es zumeist auch, wenn sie nicht mehr in ihrer Heimat wohnen.

Sieht man jenseits des Erzgebirges zur Weihnachtszeit ein traditionell geschmücktes Fenster mit Schwibbogen und Weihnachtsstern, ist es recht wahrscheinlich, dass der Dekorateur aus dem Erzgebirge stammt.

I wie… Imstandskastn

Jemand aus dem Erzgebirge hat Sie als Imstandskasten (wörtlich: Umstandskasten) bezeichnet? Dann will er ihnen mit typisch erzgebirgischer Direktheit sagen, dass Sie die Dinge vielleicht etwas zu kompliziert angehen – denn so nennt man hierzulande einen umständlichen Menschen. Nehmen Sie sich diesen Titel nicht allzu sehr zu Herzen, der Charme der Erzgebirger:innen ist nun mal eher pragmatisch.

J wie… Gung?

Nein, wir haben uns nicht vertan! Vokabeln mit J hat der erzgebirgische Dialekt kaum zu bieten. Denn die meisten Wörter, die im Hochdeutschen mit J beginnen, werden im Erzgebirge mit G gebildet. So ist der Junge dr Gung, der Jäger heißt Gaachr und wenn es kalt wird, zieht man sich keine Jacke über, sondern de Gack.

K wie… Karzl

Huss Karzl Räucherkerzen Alles-in-Einem

Licht und Beleuchtung sind im Erzgebirge ein großes Thema – nicht zuletzt aufgrund der langen Bergbaugeschichte der Region. Wenn es untertage stockfinster war, brachte ein Karzl (eine kleine Kerze) den Bergleuten Licht und Wärme. Während Schwibbögen und Weihnachtsbäume heute zumeist elektronisch beleuchtet sind, werden auf der erzgebirgischen Pyramide nach wie vor Kerzen angezündet – denn schließlich braucht es eine Flamme, damit de Peremett sich dreht.

Übrigens: Karzl heißt auch das Maskottchen des erzgebirgischen Räucherkerzen-Herstellers Huss. Das kleine Räucherkerzchen mit Hut weiß so einiges über das Erzgebirge, seine Sprache und Traditionen zu berichten – und trägt sein Wissen mit Witz und Charme in die Welt.

Neigierich? ‘s gieht fei noch wettr!

Noch mehr Vokabeln aus dem Erzgebirgischen teilen wir schon bald im zweiten Teil unseres kleinen Mundart-Lexikons. Bis dahin sagen wir: Macht’s ner gut und bleibt fei gesund!